Mythos der glücklichen, "aufblühenden" Schwangeren in Frage gestellt

3. August 2001, 10:47
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Depressionen sind häufig und wenig erforscht

Bristol - Depressionen während der Schwangerschaft sind häufiger als nach der Geburt, ergab eine im British Medical Journal veröffentlichte Studie Studie der University of Bristol mit mehr als 9.000 Teilnehmerinnen. Die Depressionen erreichten kurz vor der Geburt den Höchstwert.

Der leitende Wissenschaftler Jonathan Evans erklärte gegenüber der BBC: "Vielfach wird davon ausgegangen, dass Frauen in dieser Zeit aufblühen. Das muss nicht der Fall sein." Antenatale Depressionen seien mindestens so ernst zu nehmen wie postnatale.

Für die aktuelle Studie wurden Frauen aus dem Avon-Gebiet befragt. In einer Reihe von Fragebögen schilderten sie in der 18. und 32. Schwangerschaftswoche sowie acht Wochen und acht Monate nach der Geburt ihre Stimmungen. Bei der ersten Befragung machten 11,8 Prozent Angaben zu Depressionen, bei der zweiten 13,5 Prozent. Diese Werte sanken nach der Geburt von 9,1 Prozent schließlich auf 8,1 Prozent.

Die Autoren der Studie betonen, dass die Einschätzungen der Teilnehmerinnen nicht unbedingt mit einer klinischen Diagnose übereinstimmen müssen. Trotzdem seien antenatalen Depressionen mehr Aufmerksamkeit zu schenken und weitere Forschungen notwendig. Evans erklärte, dass man nicht überrascht sein solle, wenn eine Frau während der Schwangerschaft depressiv sei. Die aktuellen Forschungsergebnisse legten vielmehr nahe, dass die Schwere und Art der Depression vor und nach der Geburt gleich sind. (pte)

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