Intel-Chef sieht Licht am Ende des Tunnels

3. August 2001, 19:45
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Aber PC-Markt in Europa erstmals rückläufig

Penang/New York - Die Erwartungen des Technologiesektors schwanken weiterhin zwischen Hoffen und Bangen. Während Intel-Chef Craig Barrett Donnerstag in Malaysien davon sprach, dass "die Computerindustrie die Talsohle durchschritten" hätte, versetzte am Freitag Marktforscher Gartner Hoffnungen einen Dämpfer: Erstmals sei in Westeuropa der Absatz von PCs geschrumpft.

Anstieg der Nachfrage erwartet

Barrett erklärte, im zweiten Halbjahr einen Anstieg der Nachfrage zu erwarten. Dieser sei jedoch mehr saisonaler als fundamentaler Natur, schwächte der Intel-Chef seine Erwartungen wieder ab. Schul- und Universitätsbeginn, Weihnachtsgeschäft und die bevorstehende Einführung von Windows XP werde den Käufen einen Schub verleihen. Intel wolle vermehrt im Netzwerk- und Kommunikationsmarkt tätig werden, von dem Barrett "nach Erholung der Konjunktur" ein Wachstum zwischen 30 und 50 Prozent erwartet. Die von Intel prognostizierte leichte Umsatzsteigerung im dritten Quartal sei "konservativ".

Schwacher Verbrauchermarkt

Von Wachstum nicht mehr die Rede ist hingegen am europäischen PC-Markt. Vor allem der schwache Verbrauchermarkt habe im zweiten Quartal dazu geführt, dass der Markt nach Stückzahlen erstmals in seiner Geschichte zurückging, sagte Gartner Dataquest. Der Absatz schrumpfte um vier Prozent auf 6,02 Millionen verkaufte PCs. Der Kollaps des Heim-PC-Marktes würde dabei jedoch den etwas optimistischeren Ausblick im Unternehmensmarkt überdecken.

Zu den Verlierern zählen Compaq (minus sechs Prozent Absatz) und Fujitsu Siemens (minus 10,8 Prozent), während Dell um 15,1 und Hewlett Packard um 12,9 Prozent zulegte. (spu, dpa, Reuters, DER STANDARD; Printausgabe, 4./5. August 2001)

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