Abu Sayyaf-Rebellen enthaupten weitere Geiseln

4. August 2001, 15:18
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Philippinische Polizei findet fünf Leichen auf Basilan

Manila - Der blutige Terror der militanten Moslemgruppe Abu Sayyaf auf den Südphilippinen nimmt offenbar kein Ende. Nach Armeeangaben vom Samstag enthaupteten die Extremisten auf der Insel Basilan fünf weitere ihrer einheimischen Geiseln. Damit wurden seit Donnerstag insgesamt neun Entführte geköpft. In der Gewalt der Gruppe befinden sich seit einem Überfall der Abu Sayyaf auf ein Dorf nahe der Stadt Lamitan am Donnerstag nunmehr 33 Menschen, darunter einige Kinder und seit über zwei Monaten auch ein amerikanisches Ehepaar.

Nach Angaben des Bürgermeisters von Lamitan, Inocente Ramos, wurden am Samstagmorgen vier geköpfte Leichen in der Nähe des Ortes gefunden. Ein weiterer Enthaupteter war am Vorabend entdeckt worden. Am Freitag waren Einwohner bereits auf vier Tote ohne Kopf gestoßen.

40 bis 50 Abu-Sayyaf-Mitglieder hatten am Donnerstagabend das vorwiegend von Christen bewohnte Dorf Balobo gestürmt, mehrere Häuser verwüstet, eine Schule in Brand gesteckt und nach jüngsten Angaben zunächst 35 Menschen verschleppt. 14 davon kamen wenig später frei, neun wurden mittlerweile enthauptet. Neben den zwölf verblieben Geiseln hält die Gruppe seit mehreren Wochen 21 Menschen fest, darunter die Amerikaner Martin und Gracia Burnham. Eine weitere US-Geisel ist nach Ansicht des Militärs vermutlich tot.

Armeesprecher Edilberto Adan nannte die Serie von Enthauptungen durch die Abu Sayyaf einen "taktischen Rückschlag". "Aber wir haben noch nicht den Krieg verloren", betonte er. Rund 1200 Soldaten durchkämmten auf der Suche nach den Extremisten bereits die Gegend rund um Lamitan. Es sei geplant, neue Milizeinheiten aufzustellen, um weitere Angriffe auf Zivilisten zu verhindern, sagte er.

Das amerikanische Missionarsehepaar war Ende Mai mit zunächst 18 weiteren Menschen von der westphilippinischen Urlaubsinsel Palawan nach Basilan verschleppt worden. Wenig später ordnete Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo eine massive Militäroperation gegen die Kidnapper an. Seitdem wurden nach Armeeangaben 59 Extremisten in Gefechten getötet und rund 120 mutmaßliche Mitglieder festgenommen. (APA)

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