Israelische Soldaten erschießen Palästinenser im Westjordanland

3. August 2001, 06:32
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Rundfunk: Anschlag der Fatah vereitelt

Jerusalem - Im Westjordanland ist ein Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen worden. Der israelische Rundfunk berichtete, eine Spezialeinheit der Armee habe zwei Mitglieder der Fatah-Organisation überrascht, die einen Sprengsatz nahe einem israelischen Beobachtungsposten bei Nablus deponieren wollten. Der zweite Palästinenser habe verletzt flüchten können. Während der anschließenden mehr als einstündigen Schießerei sei der Sprengsatz explodiert.

In der Nähe der Stadt Jenin ließ die israelische Armee einen Palästinenser frei, der Stunden zuvor von einem Hubschrauber aus festgenommen worden war. Die Identität des 23-Jährigen sei verwechselt worden, hieß es. Der Mann war im Zusammenhang mit einem vereitelten Bombenanschlag auf einen israelischen Bus gefasst worden. Ein 16-jähriger Palästinenser hatte nahe der nordisraelischen Stadt Bet Shean versucht, mit einer in einer Tasche versteckten Bombe in den vollbesetzten Bus zu steigen. Der Busfahrer hatte jedoch Verdacht geschöpft und den Burschen am Einsteigen gehindert.

Im Gaza-Streifen wurden am Abend sechs Mörsergranaten auf jüdische Siedlungen abgefeuert, ohne allerdings Schaden anzurichten. Die israelischen Fahndungsmaßnahmen nach den Urhebern zwangen Palästinenserpräsident Yasser Arafat auf der Heimfahrt nach Gaza zu einem Umweg. Arafat war am Donnerstag in Italien mit Ministerpräsident Silvio Berlusconi und Papst Johannes Paul II. zusammengekommen. (APA/dpa)

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