Limas belgische First Lady, eine "universelle Frau"

2. August 2001, 20:11
posten

Eliane Karp will sich für die benachteiligten Indios engagieren

Die neue First Lady Perus stammt aus Belgien, ihr Vater war Pole. Sie spricht die Indiosprache Quechua besser als ihr Mann und bezeichnet sich selbst als "universelle Frau".

Viel mehr als Anhang

Eliane Karp stand bei Wahlauftritten stets ein paar Schritte hinter ihrem Mann. Die rotblonden Haare und blauen Augen der 47-Jährigen kontrastierten fotogen mit dem Poncho. Doch die Absolventin der US-Eliteuniversität Stanford ist für Alejandro Toledo viel mehr als ein attraktives Anhängsel. An der Wahlkampagne war die zierliche Anthropologin prominent beteiligt. Und nun, als Präsidentengattin, will sie sich nicht auf repräsentative Aufgaben konzentrieren, sondern ein Programm zur kulturellen Aufwertung der Indios ausarbeiten. Ein ungewöhnliches Anliegen in einem Land, das zwar auf seine Inka-Vorfahren stolz ist, wo aber fast ausschließlich hellhäutige Nachfahren der Spanier und Mestizen etwas zu sagen haben.

Karp will ihren Gatten bedingungslos unterstützen. Für ihre Beziehung hatte sie manches durchlitten. Sie und Toledo, die gemeinsam eine Tochter haben, hatten sich schon einmal scheiden lassen. Als Vorwürfe auftauchten, Toledo habe eine uneheliche Tochter, stand Karp ihm demonstrativ zur Seite.
STANDARD-Korrespondentin Sandra Weiss aus Montevideo

(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.8. 2001)

Share if you care.