"Produkt des massiven öfffentlichen Drucks"

2. August 2001, 19:13
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Kuntzl kritisiert "pharisäerhaftes Verhalten" Ferrero-Waldners

Wien - Als "pharisäerhaft" hat SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl die "Wandlung" der österreichischen Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V) im Fall der nach dem G-8-Gipfel in Genua inhaftierten Österreichern bezeichnet. Diese veränderte Haltung sei "wohl eher ein Produkt des massiven öffentlichen Drucks auf die Ministerin, denn echtes Mitgefühl", hieß es in einer Aussendung am Donnerstag. Nach dem Erhalt eines Berichts der österreichischen Botschaft in Rom hatte sich Ferrero-Waldner "empört über die entwürdigende Behandlung" der Inhaftierten geäußert.

Vergangenen Freitag sei Ferrero-Waldner laut Aussendung mit einer "eiligen Vorverurteilung und Kriminalisierung der österreichischen Globalisierungsgegner rasch zur Stelle" gewesen. Nach der Verhaftung der Österreicher sei jedenfalls nicht der Eindruck entstanden, dass sich die Außenministerin besonders für die Inhaftierten einsetze, sagte Kuntzl. Mittlerweile habe sich auch herausgestellt, dass die Außenministerin bereits seit dem 24. Juli Informationen über Misshandlungsvorwürfe besessen habe, was aus einer schriftlichen Unterlage über das Tätigwerden des Außenministeriums hervorgehe.

Die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin forderte von der Außenministerin eine "unverzügliche und vollständige Aufklärung, warum das Engagement der Außenministerin für die österreichischen Staatsbürger so lange auf sich warten hat lassen". (APA)

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