An den Standard z. Hd. Thomas Rottenberg

3. August 2001, 19:06
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Betrifft: Straßennamen, die es nicht gibt

Was lehrt uns die "Johann Nestroy" getaufte Reichsbrücke? Die Wiener sind beharrlich: Seit 1919 hieß die Reichsbrücke nicht "Kronprinz-Rudolph-Brücke", aber jahrelang "Brücke der Roten Armee". Und war immer die Reichsbrücke. So wird es bleiben - Nestroy wird's verschmerzen. Oder: Wo ist die "Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus"? Am Zentralfriedhof. Es handelt sich um das Jugendstiljuwel, das jeder als "Luegerkirche" kennt. Und die Landesgerichts-, die Auersperg-, oder die Museumsstraße fühlen sich durch den Begriff, der auf keinem Plan steht, geadelt: "Zweierlinie".

Michael Häupl, Bürgermeister (DER STANDARD, Print- Ausgabe, 4./5.8.2001)

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