Ozonalarm weiter aufrecht

2. August 2001, 19:53
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Wiener Umweltstadträtin fordert Maßnahmen von Bund und EU

Wien - Ganz Österreich schmachtet unter einer dunstigen Ozonglocke: Die Vorwarnstufe in Ostösterreich blieb Donnerstagvormittag nach Mitteilung der niederösterreichischen Luftgüteüberwachung weiterhin aufrecht. In der Nacht zum Donnerstag fiel die Konzentration des Reizgases laut Umweltbundesamt (UBA) zwar (in Ostösterreich sogar relativ deutlich). Grund dürfte dort ein leichter Wind gewesen sein. Donnerstagvormittag allerdings wiesen die Trends wieder nach oben. In der Steiermark, in Tirol und in Salzburg "kratzten" Mittwochnachmittag die Spitzenmesswerte ebenfalls am Grenzwert von 200 Mikrogramm Ozon (O) pro Liter Luft.

Die Meteorologen können vorerst vor allem für den Osten keine Entspannung versprechen: Laut Hoher Warte dürfte bis Samstag dort und auch im Süden endgültig die 35-Grad-Celsius-Marke überschritten werden. Erst am Sonntag sollen sich Gewitter und Schauer vom Westen her auf das gesamte Bundesgebiet ausbreiten und somit die Ozonbelastung senken.

O ist ein "Cocktail" von Sonnenstrahlen und Emissionen: Vorläufersubstanzen von Ozon sind Stickoxide (NO, NO) und flüchtige organische Kohlenwasserstoffe (VOC) - wie sie vor allem vom Verkehr, aber auch aus Kraftwerken, Industrieanlagen und Haushalten in die Luft geblasen werden - sowie starke Sonneneinstrahlung (UV-A). Reisewellen und Wetterlagen wie die gegenwärtige bieten also ideale Entstehungsbedingungen für das Reizgas.

Ozon kann Atemwegs- und Lungenreizungen oder die Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit verursachen. Bei langfristigen Belastungen können auch Pflanzen Schaden nehmen.

Wiens Umweltstadträtin Isabella Kossina (SP) weist die Forderung von ÖVP und Grünen nach Freifahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln zurück: Frühere Freifahrtaktionen, etwa bei massivem Schneefall, hätten nur marginale Wirkung gehabt. Kossina fordert von Bund und EU wirksame langfristige Maßnahmen zur Senkung der Ozonvorläufersubstanzen. (chr, frei/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3. 8. 2001)

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