"Kernstock. Dieser Name leuchtet"

3. August 2001, 12:14
3 Postings

Grüne wollen Inschriften auf "historisch problematischen" Denkmälern thematisieren

Wien - Sogar langjährigen Rathäuslern fiel der rostige Ritter erst auf, als Hubsi Kramar am Donnerstag unter ihren Fenstern in der Felderstraße Wotan und andere, weit jüngere "treudeutsche" Mächte anrief.

Schließlich sei der "Eiserne Wehrmann" in Gefahr. Und das, so der seit seinem Hitler-Auftritt am Opernball 2000 immer wieder "einschlägig" provozierende Schauspieler, obwohl der "Nagelmann" hier stehe, um an den eisernen Durchhaltewillen der Bevölkerung in Kriegszeiten zu erinnern. Und an ihre Opferbereitschaft. Davon zeuge auch ein Gedicht von Ottokar Kernstock (Kramar: "Dieser Name leuchtet. Nicht erst seit Kernstock uns das Lied vom Hakenkreuz schenkte.") über dem Eisenmann.

Das Ansinnen der Grünen Kultursprecherin Marie Ringler, dem 1915 als Kriegsspendenikone errichteten Ritter eine "Umgestaltung" zukommen zu lassen, könne darum nur als feiger Anschlag auf vaterländisches Gut gesehen werden, hollerte der Hitler-Plagiator: Die Grünen sähen den von Kernstockreimen umkränzten Ritter nämlich gerne in einen Kontext gesetzt, der den "problematischen geschichtlichen Umgang" mit Nazidichtern und Kriegsverherrlichung thematisiert - als ersten Schritt einer Aufarbeitung weiterer "einschlägiger" Straßen- und Denkmalnamen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3. August 2001)

Von Thomas Rottenberg
Share if you care.