Ex-FPÖ-Staatssekretär Mario Ferrari-Brunnenfeld verstorben

2. August 2001, 16:37
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Unter Kanzler Sinowatz in SP-FP-Koalition

Klagenfurt - Der ehemalige FPÖ-Staatsekretär Mario Ferrari-Brunnenfeld ist dieser Tage im 70. Lebensjahr verstorben. Er wurde - wie am Donnerstag bekannt wurde - bereits in aller Stille beerdigt.

Ferrari-Brunnenfeld wurde am 23. Mai 1932 in Klagenfurt als älterer von zwei Söhnen eines Arztes geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums studierte er in Graz Medizin. Seine erste ärztliche Tätigkeit übte er in Feldbach (Steiermark) aus.

Ende der 60er Jahre kehrte Ferrari-Brunnfeld nach Kärnten zurück und nahm am LKH Klagenfurt eine Stelle als Facharzt für Unfallchirurgie an. Der offizielle Einstieg in die Politik erfolgte im Jahre 1973, als er als FP-Mandatar in den Klagenfurter Gemeinderat einzog. Zwei Jahre später wurde er Landesrat und übernahm die Ressorts Fremdenverkehr und Gewerbe. Im selben Jahr wurde Ferrari-Brunnenfeld auch zum Landesobmann der Kärntner Freiheitlichen gewählt.

Als Jörg Haider im Mai 1983 zum geschäftsführenden Landesparteiobmann bestellt wurde, wechselte Ferrari-Brunnenfeld in die Bundesregierung. Ihr gehörte er bis 1987 als Staatssekretär für Gesundheitswesen an.

Nach Zerwürfnissen mit "Mini-Diktator" Haider ausgetreten

Nach schweren Zerwürfnissen mit Haider trat Ferrari-Brunnenfeld am 18. Februar 1989 mit seiner Frau und den beiden Kindern aus der FPÖ aus und zog sich vollständig aus der Politik zurück. Er hatte damals Haider einen "Mini-Diktator" genannt.

Doch es war kein Abschied auf Dauer von der Politik. 1992 trat Ferrari-Brunnenfeld als Mitbegründer und späterer Bundesobmann der Freien Demokratischen Partei Österreichs (FDP) in Erscheinung, welche in der Folge eine Annäherung an das Liberale Forum suchte. 1994 zog er sich aus der FDP zurück und sparte auch nicht mit Kritik an der damaligen LIF-Chefin Heide Schmidt. Ihr warf er vor, "eine Führungskultur sehr nahe jener Haiders entwickelt zu haben".

Ferrari-Brunnenfeld lebte zuletzt in Krumpendorf am Wörther See und zeigte weiterhin am politischen Geschehen in Österreich großes Interesse. (APA)

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