Kanadische Fundamentalisten wollen ihre Kinder weiter prügeln dürfen

2. August 2001, 15:46
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"Church of God"-Mitglieder fliehen in die USA

Washington - Mehr als hundert Angehörige einer fundamentalischen Kirche in Kanada sind in die USA geflüchtet, weil ihrer Religionsgemeinschaft das Verprügeln ihrer Kinder verboten werden soll. Wie die "Washington Post" am Donnerstag berichtete, ließen sich die 28 Mütter und 80 Kinder aus der kanadischen Provinz Ontario in den US-Bundesstaaten Indiana und Ohio nieder. Sie erwägen, Asyl in den USA zu beantragen.

Mitglieder der "Church of God" (Kirche Gottes) schlagen ihre Kinder dem Zeitungsbericht zufolge mit Ruten und Paddeln. Sozialarbeiter hatten deshalb Anfang Juli in der kanadischen Stadt Aylmer einem Elternpaar die sieben Kinder weggenommen. Die Kinder wurden drei Wochen später nach Hause zurückgebracht, nachdem die Eltern sich verpflichtet hatten, ihre Kinder zumindest solange nicht körperlich zu züchtigen, bis das anhängige Gerichtsverfahren abgeschlossen ist. Den Eltern wurde verboten, die Provinz zu verlassen.

"Prügel sind ein letztes Mittel, aber die Schriften verlangen deutlich danach, und wir werden es nicht aufgeben", sagte Daniel Layne, ein Pastor der "Church of God" aus dem Bundesstaat Kalifornien, der zu den "Flüchtlingen" aus Kanada gereist ist. In Ontario ist das Schlagen von Kindern nur mit "gemäßigter Gewalt" erlaubt. Dies wird von den Gerichten dahingehend interpretiert, dass Prügel mit Gegenständen wie Stöcken, Paddeln oder Gürteln verboten sind. In den USA gibt es dagegen keine spezifischen Gesetze, die das Schlagen von Kindern verbieten. (APA)

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