Damit der Käse auch einwandfrei ist

2. August 2001, 15:37
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Kontrollsystem als Schutz vor Listerien

Wien - Das Institut für Milchhygiene der Veterinärmedizinischen Universität Wien bietet der Molkereiwirtschaft ein Kontrollsystem zur Überwachung der Käseproduktion an. Wie am Donnerstag in einer Aussendung bekannt gegeben wurde, handle es sich dabei um einen wertvollen Beitrag zum öffentlichen Gesundheitswesen. Das auf diesem Sektor in Europa einzigartige System arbeite datenbankgestützt, es gebe eine enge Kooperation mit der Humanmedizin.

Bakterien der Gattung Listeria monozytogenes können bei der Käseproduktion zur Gesundheitsgefährdung führen, wenn der Produktionsweg nicht konsequent vorbeugend überwacht und im Verdachtsfall sofort eingeschritten wird, erklärte Martin Wagner vom Institut für Milchhygiene. Das "Listerien-Kontrollsystem" arbeite vorbeugend und gewährleiste, dass aus den beteiligten Unternehmen nur einwandfreie Käseprodukte in den Handel gelangen.

Jeder der Betriebe müsse dazu regelmäßig Proben an das Labor senden. Dabei handle es sich um so genannte produktassoziierte Proben wie Schmierwässer und Salzbäder, in denen durch die Anwendung einer am Institut entwickelten mikrobiologischen Methode die Listerien nachgewiesen werden können, oft noch bevor sie sich am Produkt festsetzen könnten.

"DNA-Fingerprint"

Weiters fertigt das Labor des Instituts für Milchhygiene von jedem gefundenen Bakterienstamm einen "DNA-Fingerprint" an, erklärte Wagner. Diese Daten würden in einer zentralen Datenbank gespeichert. Auch die "Fingerprints" jener Stämme, die aus Listeriose-Patienten isoliert wurden, landen in der Datenbank. Dadurch wären vergleichende Untersuchungen möglich, die sicherstellen, dass aus den überprüften Käsereibereichen keine Bakterien stammen.

Listerien sind Bakterien, die überall vorkommen und eine Gefahr für die Lebensmittelsicherheit darstellen. Sie können durch mangelhafte Hygiene in die Produktionsräume von lebensmittelerzeugenden Betrieben eingeschleppt werden und sich dort weiter verbreiten. Apathogene und die gefährlichen, pathogenen, Stämme (Listeria monozytogenes) können unterschieden werden. Sie können Epidemien auslösen, die Übertragung erfolgt fast ausschließlich über Nahrungsmittel. Drei Krankheitsbilder können unterschieden werden: Gehirn- und Gehirnhautentzündung, Abortus und Magen-Darmerkrankungen. Rund 13 bis 17 Listerienfälle pro Jahr, werden jedes Jahr in Österreich registriert, etwa ein Drittel davon verläuft tödlich. (APA)

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