Ärztekammer hält am Modell fest

2. August 2001, 14:09
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Trotzdem Krtik an "fehlender Planung" in der Gesundheitspolitik

Wien - Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über den Lenkungseffekt der Ambulanzgebühr hat die Österreichische Ärztekammer nachdrücklich Strukturverbesserungen im niedergelassenen Bereich eingemahnt. "Wir halten an dem Modell der Ambulanzgebühr fest", betonte der Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer, Reiner Brettenthaler in einer Aussendung. "Es ist aber schon im Vorfeld ihrer Einführung klar gewesen, dass diese Maßnahme auch von einem Ausbau des niedergelassenen Bereichs begleitet sein muss, um eine Umkehr der Patientenströme aus dem Spital in die Ordinationen zu bewirken."

Die nun entstandene Situation sei unter anderem darauf zurück zu führen, dass die niedergelassenen Ärzte durch das eingeschränkte Leistungsangebot der Kassen bisher immer noch nicht in der Lage seien, die verstärkte Nachfrage nach medizinischer Versorgung in Wohnortnähe abzudecken. In diesem Zusammenhang kritisierte der Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Jörg Pruckner, die "fehlende Planung" in der Gesundheitspolitik. "Es zeigt sich nun, dass mit einer reinen Einzelmaßnahme im Gesundheitswesen keine wichtigen Veränderungen zu erreichen sind", erklärte Pruckner. Zielführend sei eine Gesamtreform, in der verschiedene Maßnahmen ineinander greifen und aufeinander abgestimmt werden müssten. Pruckner: "Unsere Vorschläge dazu liegen bereits seit langem auf dem Tisch." (APA)

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