update.com baut Verluste aus

2. August 2001, 14:39
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Halbjahresverlust beinahe doppelt so hoch wie Umsatz - Restrukturierungskosten belasten Ergebnis

Wien - Der am Frankfurter Neuen Markt notierte Wiener Softwarehersteller update.com software AG hat im ersten Halbjahr 2001 einen beinahe doppelt so hohen Verlust wie Umsatz verzeichnet. Der Umsatz fiel von Jänner bis Juni 2001 von 9,1 Mill. Euro im 1. Halbjahr 2000 auf 7,7 Mill. Euro (106,0 Mill. S), der Verlust erhöhte sich von 7,1 Mill. Euro auf 12,6 Mill. Euro.

"Die enttäuschenden Zahlen" des ersten Halbjahres seien unter zwei wesentlichen Aspekten zu interpretieren, bemerkte update.com-Finanzvorstand Marcus Mühlberger am Donnerstag in einer Aussendung. Zum einen habe sich die im 1. Halbjahr bestehende Unsicherheit, wie es mit update.com weitergehen werde, negativ auf die Umsätze ausgewirkt, so Mühlberger. Zum anderen seien bereits Kosten für die Restrukturierung in die Zahlen eingeflossen. Seit Beginn des 3. Quartals 2001 (ab Juli) seien die Kosten von vormals durchschnittlich 10 Mill. Euro pro Quartal auf rund 7 Mill. Euro gesenkt worden, wobei die Tendenz weiter rückläufig sei, so Mühlberger. Die update.com gehe "mit guten Voraussetzungen" in die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 2001.

Entspannung der Liquiditätslage

Laut einer Hochrechnung, die auf Basis des von der KPMG Alpentreuhand reviewten Halbjahresabschluss zum 30. Juni 2001 erstellt wurde, reichen die Liquiditätsreserven der update.com für mindestens 15 Monate und auf jeden Fall bis zum Erreichen eines positiven Cash-flow aus der Geschäftstätigkeit reichen, hieß es weiter. Die Entspannung der Liquiditätslage sei "ein erster handfester Beweis für die Richtigkeit des Restrukturierungsprogramms", glaubt update.com-Vorstandsvorsitzender Gerhard Schuberth.

Sanierungsprogramm

Das neue Management der update.com hat dem Unternehmen ein hartes Sanierungsprogramm verordnet. Durch den Abbau eines Drittels der Mitarbeiter, flachere Hierarchien und die Markteinführung internetfähiger Produkte soll bis Jahresende die Cash-Burn-Rate auf Null reduziert und der Break-Even erreicht werden. Bis Ende September 2001 soll die Mitarbeiteranzahl von 250 auf 175 Beschäftigte gesenkt werden.

Für das Gesamtjahr 2001 erwartet update.com einen Umsatzrückgang um 3,5 Prozent auf 16,7 Mill. Euro. update.com wurde 1998 gegründet und ist neben Österreich in England, Dänemark, Belgien, Frankreich, der Niederlande, Deutschland, Schweiz, Tschechien, den USA und Australien tätig. Das Unternehmen ist im Bereich des Kundenbeziehungsmanagements (CRM - Customer Relationship Management) tätig.

Aktie fällt

Die update.com-Aktie fiel am Donnerstag bis zu Mittag um 3,45 Prozent auf 1,40 Euro.

Die update.com befindet sich zu 35,54 Prozent im Streubesitz. Je 9,10 Prozent halten die beiden Unternehmensgründer Gilbert Hödl und Arno Huber, der Rest befindet sich in Besitz institutioneller und privater Investoren, die individuell jeweils unter 5,4 Prozent halten. (APA)

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