Sterbehilfe: Grüne SeniorInnen begrüßen Diskussionsprozess

2. August 2001, 14:43
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ÖVP-Seniorenbund und Katholische Aktion sind dagegen

Wien - Klar gegen den Vorschlag des Grünen Bundessprechers Alexander Van der Bellen, unter bestimmten Bedingungen aktive und passive Sterbehilfe zuzulassen, hat sich der Obmann des ÖVP-Seniorenbundes, Stefan Knafl, ausgesprochen: "Wir Senioren lehnen eine Sterbehilfe ab", betonte Knafl in einer Pressekonferenz. Vielmehr müsse man Schmerztherapie und Sterbebegleitung ausbauen. Ablehnung schlug dem grünen Vorstoß auch von Seiten der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ) entgegen.

"Die Position des grünen Bundessprechers Alexander Van der Bellen ist mit den Ansprüchen einer Lebensschutzpartei unvereinbar", kritisierte der KAÖ-Präsident Christian Friesl im Gespräch mit der "Kathpress". Die Ablehnung der aktiven Sterbehilfe nach holländischem Modell sei bisher Konsens aller Parlamentsparteien in Österreich gewesen, es sei unverständlich, warum grüne Politiker jetzt davon abrücken, zumal es auch in deren eigener Partei schwere Bedenken dagegen gebe, so Friesl.

Grüne SeniorInnen begrüßen Diskussionsprozess

Lediglich die Grünen SeniorInnen begrüßen den Vorstoß Van der Bellens als Beginn eines "breiten gesellschaftlichen Diskussionsprozesses". Dennoch müsse man in der Frage der aktiven Sterbehilfe "auf der Bremse stehen", so der Sprecher der Grünen SeniorInnen, Dieter Schrage. "Eine baldige Übernahme des holländischen Modells, das heißt 'Tötung auf Verlangen', wäre in Österreich verhängnisvoll. Denn in den Niederlanden ging diesem Schritt ein langjähriger Diskussions- und Aufklärungsprozess voraus. Das ist auch in Österreich notwendig."

Auch Klaus Voget, Präsident der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (ÖAR), der Dachorganisation der Behindertenverbände, lehnt den Grünen Vorstoß ab. Er wirft Van der Bellen vor, über das niederländische Modell nicht informiert zu sein. "Unfreiwillige Sterbehilfe" sei dort an der Tagesordnung. "Einen derartigen 'Fortschritt' zu fordern, ist ein Schlag ins Gesicht schwerkranker und sterbender Menschen", so Voget. (APA)

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