OMV-Tochter Agrolinz baut um 1,76 Milliarden Schilling aus

2. August 2001, 18:31
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Neues Werk in Sachsen-Anhalt erhöht Kapazität um über 60 Prozent

Wien - Die Agrolinz Melamin baut ein neues Kunstharz-Werk in der Lutherstadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt. Dafür nimmt die OMV-Tochter 128 Mio. Euro (1,76 Mrd. S) in die Hand. Mit dabei ist die SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH. Die Tochter des deutschen Feinchemieriesen Degussa liefert den Rohstoff, nämlich Harnsäure.

Das neue Melaminwerk in Ostdeutschland mit einer jährlichen Gesamtkapazität von 80.000 Tonnen wird aus zwei Anlagen bestehen, die im Jahresverlauf 2004 in Betrieb genommen werden sollen. Rund 70 neue Jobs sollen geschaffen werden. Dadurch wird die Gesamtkapazität der Agrolinz um mehr als 60 Prozent auf 210.000 Tonnen erweitert. Ungeachtet der momentanen Konjunkturschwäche macht sich OMV-Generaldirektor Richard Schenz keine Sorgen um die Zukunftsaussichten. "Der Markt für Melamin wird in den nächsten zehn Jahren per anno um fünf Prozent zulegen. Bis 2010 wird die weltweite Erzeugungskapazität von 750.000 Tonnen auf rund 1,3 Millionen Tonnen ansteigen", sagte Schenz dem STANDARD.

Nummer zwei weltweit

Mit der neuen Produktionsanlage will der weltweit zweitgrößte Hersteller von Kunstharz vor allem für die Holzwerkstoff- und Möbelindustrie neue Kapazitäten für die Agrolinz-Expansion in Mittel- und Osteuropa sowie in Nord- und Südamerika schaffen. Das neue Werk ist laut Schenz logistisch sehr gut positioniert für das Ostgeschäft, dank der Verladestation an der Elbe sei auch der Markt jenseits des großen Teichs gut zu bedienen.

Gemeinschaftsunternehmen

Für den Bau des Werks wurde ein Gemeinschaftsunternehmen, die Agrolinz Melamin Deutschland GmbH, gegründet, an der Agrolinz 75 Prozent und SKW 25 Prozent halten.
Der jetzt angekündigte Werksneubau in Sachsen-Anhalt ist nur ein weiterer Schritt auf dem Weg zu höheren Kapazitäten. Allein im Vorjahr hat Agrolinz in den Anlagen in Linz und in Castellanza in Italien eine knappe Mrd. S investiert. Dadurch sei die Produktionskapazität auf 130.000 Jahrestonnen angestiegen.

Im Jahr 2000 erwirtschaftete Agrolinz Melamin mit rund 1000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 355 Mio. Euro, das ist im Jahresabstand ein Plus von 17 Prozent. Der Betriebserfolg kletterte auf 435 Mio. S.

Die Agrolinz-Melamin-Gruppe erzeugt neben Melaminharzen auch Dünger und Pflanzennährstoffe. (rose, DER STANDARD, Printausgabe 3.8.2001)

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