Friedman nennt Spendenaufruf für Holocaust-Mahnmal "unerträglich"

3. August 2001, 09:42
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Noch schlimmer sei jedoch die Gleichgültigkeit in der Gesellschaft

Berlin - Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Michel Friedman, hält den Spendenaufruf für das Mahnmal für die ermordeten Juden Europas für "unerträglich". Das Riesenplakat an einem Berliner Bankgebäude am Pariser Platz mit der Aufschrift "Den Holocaust hat es nie gegeben" müsse weg, forderte er im Berliner "Tagesspiegel".

Gleichzeitig nahm Friedman die Vorsitzende des Förderkreises zur Errichtung des Mahnmals, Lea Rosh, in Schutz. Der wahre Skandal sei nicht das Plakat, sondern die Gleichgültigkeit in der Gesellschaft gegenüber dem Mahnmal. Der Förderkreis habe bislang nur eine Million Mark Spendengelder einsammeln können. Deshalb sei das provokative Plakat ein "misslungener Hilfeschrei".

Kritik am Plakat äußerte auch der Präsident des Zentralrats, Paul Spiegel. Wie Friedman bezeichnete er aber die Strafanzeige eines ehemaligen KZ-Häftlings gegen den Förderkreis als falsch. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Förderkreis wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Rosh verteidigte zwar den Spendenaufruf, kündigte aber an, dass die nächste Kampagne im Frühjahr "viel zurückgenommener" sein werde. (APA)

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