Nächste Handygeneration soll bis zu 150 Milliarden Schilling kosten

2. August 2001, 18:57
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Kunden sollen für UMTS-Erfolg drei- bis fünfmal mehr ausgeben

Wien - Die finanzielle Latte für die nächste Mobilfunk-Generation UMTS (Umiversales Mobiles Telekommunikations System) liegt hoch: Bis zu 150 Mrd. Schilling (10,9 Mrd. Euro) werden die heimischen Betreiber in den Aufbau der neuen Netze investieren. Um diesen Aufwand zu verdienen, müssten Österreichs Handy-benutzer drei- bis fünfmal so viel als derzeit ausgeben.

Dies ergibt eine Rechnung des Telekom-Experten und Geschäftsführers von Arthur D. Little, Georg Serentschy. Jeder der sechs heimischen Lizenznehmer werde zwischen fünf und 25 Mrd. S oder mehr aufwenden. Für den Lizenzerwerb allein haben die Betreiber bisher 11,4 Mrd. S ausgegeben. Die genaue Höhe der Investitionen hänge von den Kooperationen der Betreiber untereinander ab, die derzeit ausgehandelt werden. Neu am Markt werden so genannte "virtuelle" mobile Netzbetreiber (MVNO) sein, wie Festnetz- und Internetbetreiber, Medien und Dienstleistern, die von UMTS-Betreibern Infrastruktur für ihre Angebote mieten.

Konsumenten-Budgets

Der Erfolg der Anbieter werde davon abhängen, ob sie mit neuen Angeboten bisher noch nicht genützte Konsumenten-Budgets etwa für Unterhaltung und Information "anzapfen" können. Denn "das Budget für (Sprach-)Kommunikation ist de facto aufgeteilt, hier ist nicht mehr viel zu holen", sagt Serentschy. Nur für das richtige Angebot wären Kunden bereit wesentlich mehr ausgeben. Gelingt dies nicht, "so drohen Großpleiten". "UMTS ist darum zum Erfolg verdammt." (spu, APA, DER STANDARD, Printausgabe 3.8.2001)

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