Brau Union hat keine Angst vor billigem Bier

3. August 2001, 17:45
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EU-Erweiterung als "Herausforderung für die Produktivität"

Wien - In der Brau Union Österreich hat man keine Sorge, dass nach der EU-Erweiterung billigeres Bier von benachbarten Ostbrauereien den heimischen Markt überfluten wird, wie dies eine Branchenstudie zuletzt prognostiziert hatte. Den stagnierenden inländischen Biermarkt will Liebl jetzt "beleben". Dabei gehe Wert vor Menge. Aber auch in der Menge will der Bierkonzern anderen Getränken Marktanteile abjagen, mit bestehenden und künftigen Bierneuheiten. So soll etwa das vorigen August eingeführte "Zipfer Sparkling" als Aperitif dem Glas Sekt den Rang streitig machen. Für bedeutende Kunden würden Zielgruppen-Programme gefahren: Für McDonalds Österreich biete man ab nächster Woche für alle Franchisenehmer das leichtere "Zipfer Medium" an. Für Events wird Zipfer in der Plastik-Leichtflasche angeboten, für Sportler ein alkoholfreier Iso-Radler ebenfalls in der PET-Flasche. Dass jüngere Leute internationale Konkurrenzmarken schick finden, hat man einkalkuliert, "die kommen wieder", glaubt man bei Österreichs Biermarktführer, der selbst rund 2 Prozent seines Umsatzes (2000: 7,5 Mrd. S bzw. 545 Mill. Euro) mit ausländischen Bier-Handelsmarken macht. "Spezialitäten kannibalisieren einander nicht". Spätestens Mitte 2002 will die Brau Union Österreich eine e-commerce-Plattform aktiviert haben, über die Gastronomiekunden und kleinere Händler im Internet ordern können. Die großen Handelskunden seien längst elektronisch mit dem Konzern verbunden. (APA)
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