Sonne ersetzt künstliches Licht

2. August 2001, 11:07
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Mittels Heliostat- Technologie werden Keller hell

Aldrans/Tirol - Unter der Leitung des Tiroler Unternehmens Bartenbach Lichtlabor ist ein EU-Forschungsprojekt über die Beleuchtung von unterirdischen Räumen durch Sonne mittels Heliostat-Technologie erfolgreich abgeschlossen worden. Diese ermöglicht es, Sonnenlicht so umzulenken, dass bei Sonnenschein Kellerräume taghell ohne Kunstlicht beleuchtet werden können, um so ihre Nutzbarkeit zu erhöhen. In drei Jahren soll das ökonomische und energiesparende Sonnenbeleuchtungssystem zur Marktreife gebracht werden. Der Prototyp wurde in Aldrans bei Innsbruck vorgestellt.

Das System ermöglichte bei wolkenlosem Himmel eine mittlere Ausleuchtung der Testräume mit 880 Lux, auf einem direkt unter der Sonnenleuchte stehenden Schreibtisch betrug die Beleuchtungsstärke 2000 Lux. Normalerweise kommen durchschnittliche Büroräumlichkeiten mit Kunstlicht auf etwa 500 Lux.

Funktionsweise

Kernstück des Prototypen ist ein auf dem Dach montierter, 50 Kilogramm leichter Heliostat. Dieser folgt der Sonne mit einer maximalen Abweichung von 0,1 Grad. Über den Heliostat gelangt das Licht auf einen Umlenkspiegel, der es auf einen so genannten Konzentrator weiterleitet. Durch eine weitere 90 Grad-Umlenkeinheit gelangt das Licht über eine mit prismatischer Lichtleitfolie ausgekleidete Plexiglasröhre in die eigentliche Sonnenleuchte im Kellerraum. Die Sonnenleuchte besteht aus zwei länglichen und einem zentralen Bauelement, um für eine gleichmäßige Raumaufhellung und Blendungsfreiheit zu sorgen. Eine in der Sonnenleuchte integrierte Kunstlichtleuchte schaltet sich bei bewölktem Himmel automatisch ein.

"Die Anlage erreicht einen Gesamtwirkungsgrad von 30 Prozent, abhängig vom jeweiligen Transport- und Verteilsystem", so der Entwickler Christian Anselm. Grundsätzlich könne davon ausgegangen werden, dass ein Quadratmeter besonnte Spiegelfläche gleich viel Licht reflektiert wie ca. 60 Glühbirnen mit jeweils 100 Watt Leistung. Der reduzierte Stromverbrauch unterstreiche zwar den ökologischen Aspekt des Projekts, die Einsparungen würden aber bei den derzeitigen Energiepreisen noch weit unter den notwendigen Investitionskosten liegen. Im nächsten Schritt sollen nun Anlagen und Systembauteile entwickelt werden, die in beliebigen Objekten zum Einsatz kommen können, so Entwicklungsleiter Wilfried Pohl. (pte)

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    foto: bartenbach
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