Neue CDs zu den Themen Schönheit, Zorn und Träumen

8. August 2001, 10:22
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TALK TALK Missing Pieces, Ixthuluh
FOETUS Flow,(Ixthuluh)
TUJIKO NORIKO Shojo Toshi, Mego

TALK TALK Missing Pieces (Ixthuluh) Kaum einer anderen Band gelang es, mit fast allen ihren Alben derart kathedralische Gefühle zu erzeugen wie Talk Talk. Mit Laugh- ing Stock und vor allem The Colour Of Spring errichteten die Briten rund um Mastermind Mark Hollis monolithische Meisterwerke in Sachen Pop. Eine vor wenigen Jahren veröffentlichte Liveaufnahme aus dem Jahr 1986 belegte schließlich auch ihre Größe als Liveband. Mit Missing Pieces erschien nun eine Sammlung unveröffentlichter Songs und bereits bekannter Titel in alternativen Versionen. Als Einstieg in das Universum Talk Talk eher nicht so geeignet, für den Fan logischerweise unverzichtbar und generell ein guter Grund, dieser unglaublichen Band wieder einmal Rosen zu streuen. Hiermit getan. (flu)


FOETUS Flow (Ixthuluh) Ebenfalls aus der Abteilung der wenig bedankten Genies stammt Jim Thirlwell. Eine New Yorker Produzenten-und Musiker-Institution, die in den 80er-Jahren unter wechselnden Pseudonymen etwas vorwegnahm, mit dem später Nackerbatzerl-Acts wie Nine Inch Nails, Ministry und andere unter "Industrial" gehandelte Fladeranten groß abräumten. Thirlwell, allen persönlichen Tiefen zum Trotz, lässt sich bis heute nicht unterkriegen: Auf Flow, seinem neuesten "Four Letter Word"-Album, setzt er mit der üblichen Präzision cool jazzige Spielarten mit brachialen Metal-Abarten auf Kollisionskurs. Doch dem Albumtitel folgend hält er sich mit dem Krach eher zurück und bleibt für seine Verhältnisse harmonisch: Das bedeutet, dass man hier jeden Moment mit unvorhersehbaren Ausbrüchen zu rechnen hat. Zäh, hart. Immer noch spannend, immer noch zu entdecken! (flu)


TUJIKO NORIKO Shojo Toshi (Mego/mdos.at) Beschauliches aus dem Hause Mego: kein Noise-Terror aus misshandelten Schaltkreisen, sondern lieblich vor sich hin malende Minimal-Pop-Tracks aus Japan. Schabende Sounds mit sich darin einbettenden Stimmchen suggerieren hier angenehme, spätnächtliche Verlangsamung und erinnern an somnambule Stimmungen der Marke Art Of Noise. Und mit Fortdauer des schon eher länglich angelegten Albums überkommt einen schließlich tatsächlich der Schlaf: "Sweet dreams are made of this!" (flu )

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