Leitzinsen in der Euro-Zone bleiben stabil

3. August 2001, 11:43
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Frankreichs Notenbank-Chef Jean-Claude Trichet unterstützt EZB-Entscheidung

Paris - Die gegenwärtige Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ist nach den Worten des französischen Notenbank-Präsidenten Jean-Claude Trichet derzeit angemessen. Trichet, der auch Mitglied im EZB-Rat ist, bekräftigte , dass die Zentralbank weiter den Preisdruck im Auge behalte. Eine niedrige Inflationsrate sei grundlegend für das Wirtschaftswachstum.

Anders als in den USA

"Wir sind zusammengekommen, haben die Situation erneut überprüft und wir finden, dass unsere gegenwärtige geldpolitische Strategie weiterhin angemessen ist und uns hilft, unser Ziel rückläufiger Preissteigerungen zu erreichen", sagte Trichet. Die Euro-Zone und die EZB seien nicht in derselben Situation wie die USA und die US-Notenbank Fed, sagte Trichet weiter.

Bank of England senk Leitzinsen

Die EZB hat in diesem Jahr die Zinsen erst einmal um 25 Basispunkte gesenkt und am Donnerstag erwartungsgemäß den Schlüsselzins zur Bankenrefinanzierung in der Euro-Zone unverändert bei 4,50 Prozent gelassen. Kurz zuvor hatte die Bank von England (BoE) die Leitzinsen überraschend um 25 Basispunkte auf 5,00 Prozent im Schlüsselzins gesenkt. Die Fed hat seit Jänner die Leitzinsen in den USA bereits sechs Mal um insgesamt 275 Basispunkte auf 3,75 Prozent zurückgenommen.

Duisenberg für keine Zinsschritte

Bereits Anfang Juli hatte EZB-Chef Wim Duisenberg im Anschluss an eine Ratssitzung der Währungshüter betont, das Zinsniveau in der Euro-Zone sei angemessen. Mit dem Verweis darauf, dass diese Einschätzubng "für einige Zeit" gelte, hatte Duisenberg damals Erwartungen auf eine baldige Zinssenkung einen deutlichen Dämpfer verpasst.

Weitere Entscheidungen nach der Sommerpause

Der EZB-Rat tagt erst Ende August nach seiner Sommerpause wieder, um über die geldpolitische Haltung zu beraten. Analysten halten eine Zinssenkung bei der ersten Sitzung nach der Pause am 30. August für möglich, spätestens aber im September. (APA/Reuters)

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