Sommer, auf den Hund gekommen

3. August 2001, 19:21
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Bis zum Wochenende werden 35 Grad prognostiziert

Wien - Wenn im Freibadbassin kein Umfallen mehr möglich ist, wenn Ozonalarm gegeben wird, wenn die Autobahnbeläge aufplatzen, wenn statt Bier Mineralwasser getrunken wird - dann ist das Wetter auf den Hund gekommen. Die Sonne steht in der Nähe des Sirius, des Hundssterns; und die "Hundstage" (23. Juli bis 23. August) machen aus dem bloßen Sommer einen Hochsommer.

Mit dem Thermometer stieg in weiten Teilen Österreichs auch die Ozonbelastung. Für Wien, Niederösterreich und das Burgenland wurde die Vorwarnstufe (Werte über 200 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft) ausgelöst, in Salzburg wurde mit 180 Mikrogramm die EU-Informationsstufe erreicht. Auch in Vorarlberg wurde vom Umweltinstitut des Landes am Mittwoch auf eine erhöhte Ozonkonzentration hingewiesen, die Vorwarnstufe wurde nur knapp verfehlt.

Ozon Vorwarnstufe bleibt aufrecht

Die Vorwarnstufe dürfte laut Zentralanstalt für Meteorologie zumindest bis Samstag, aufrecht bleiben. In einigen Gebieten sei sogar mit einem weiteren Anstieg der Werte zu rechnen. Die Wiener ÖVP und die Grünen forderten deshalb eine "Ozonfreifahrt" in allen Öffis.

Erhöhte Ozonwerte können zu Reizungen der Schleimhäute und zu Atembeschwerden führen. Vorsorglich sollten gefährdete Personen - Kinder mit überempfindlichen Bronchien und Menschen mit schweren Erkrankungen der Atemwege oder des Herzens - ungewohnte und starke Anstrengungen im Freien vermeiden. Spaziergänge, Picknicks oder Baden sind allerdings auch für gefährdete Personen unbedenklich.

An tatsächlichen Hitzeschäden leiden bereits Österreichs Autobahnen. Laut Asfinag (Autobahnen- und Schnellstraßen AG) haben Beton- und Asphaltoberflächen Oberflächentemperaturen von 80 Grad Celsius und mehr. Besonders bei älteren Autobahnen - so wie auf der Westautobahn A1 bereits geschehen - könne deswegen der Belag "aufplatzen".

Hitzebeeinträchtigungen anderer Art plagen indes die Brauindustrie: Die ideale Biertrinktemperatur liegt erfahrungsgemäß zwischen 20 und 26 Grad, darüber sind nur Kracherl und Mineralwasser angesagt. (chr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.August 2001)

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