Salzburg: Säugling in Pappkarton gefunden

2. August 2001, 11:59
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Findelkind in künstlichem Tiefschlaf - Rotes Kreuz bietet Mutter Hilfe an

Salzburg - Das frischgeborene Mädchen, das ein Urlauberehepaar heute, Donnerstag, gegen 0.40 Uhr in St. Martin bei Lofer (Pinzgau) auf offener Straße in einem Pappkarton gefunden hat, liegt auf der Neonatologie des Salzburger Landeskrankenhauses und wurde von den Ärzten in künstlichen Tiefschlaf versetzt.

"Es war doch eine Art Schockzustand, in dem sich das Mädchen befand, es war unterkühlt und hat durch die Nabelschnur Blut verloren", schildert Oberarzt Andre Golser den Zustand des exakt 3.248 Gramm schweren Findelkindes.

"Lea Martina" wurde die Kleine von den Nachtschwestern getauft. "Wegen des Fundortes St. Martin", wie Golser erläutert. Das Mädchen werde künstlich beatmet, sein Zustand sei derzeit stabil. Damit das auch so bleibt, wird "Lea-Martina" vollkommen abgeschirmt: "Wir haben alle Reporter gebeten, von Fotos abzusehen", umschreibt der Kinderarzt das strikte "Besuchsverbot" für die kleine Patientin.

Von der Mutter noch keine Spur

Von der Mutter fehlt nach wie vor jede Spur, bei der Gendarmerie (Tel.: 0662 / 6381 / 3333) sind vorerst auch noch keine Hinweise eingelangt. Derzeit setzen die Kriminalbeamten ihre Hoffnung auf die Ergebnisse der Spurensicherung, darunter die genaue Untersuchung der Bekleidung.

Das Salzburger Rote Kreuz hat indes im Rahmen des RK-Projektes "Spontanhilfe" einen Versuch gestartet, Mutter und Kinder wieder zu vereinen: "Wir sind sicher, dass nach dieser Verzweiflungstat bei der Mutter eine Nachdenkphase eintreten wird und sie sicher gerne zu ihrem Kind zurückfinden wird", meint Salzburgs RK-Chef Gerhard Huber. Das Rote Kreuz würde die mögliche Unterstützung und Hilfe gerne mit der Mutter selbst besprechen und appelliert an sie, sich unter der Nummer 0664 / 3435001 zu melden.

Unter dieser Nummer werden auch Hinweise entgegengenommen, die zur Ausforschung der Mutter beitragen könnten. Sollte die Frau nicht gefunden werden, "wird das Rote Kreuz neben der Übernahme der Patenschaft sich auch bemühen, gemeinsam mit den dafür zuständigen Stellen, Adoptiveltern zu finden", verspricht die Hilfsorganisation. (APA)

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