Guatemala: Schwere Ausschreitungen nach Steuerreform-Protesten

2. August 2001, 07:28
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Verletzte und rund hundert Festnahmen - Öffentliche Gebäude angezündet

Guatemala - In Guatemala ist es nach friedlichen Protesten gegen eine Mehrwertsteueranhebung zu schweren Ausschreitungen gekommen. Bei den Zusammenstößen in mehreren Städten des mittelamerikanischen Landes wurden nach Polizeiangaben etwa hundert Randalierer festgenommen. Die Polizei habe auch Tränengas eingesetzt, berichtete der lokale Rundfunk. Nach Angaben von Rettungsdiensten wurden etwa 30 Verletzte in Krankenhäuser gebracht.

Die Demonstranten blockierten mehrere Fernstraßen. In Totonicapan, rund 200 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt, setzten Randalierer eine Bank, das Rathaus und die lokale Steuerbehörde in Brand. Zuvor hatten rund 20.000 Menschen in Guatemala-Stadt friedlich gegen die Steueranhebung um zwei Prozent protestiert. Aufgerufen zu der Kundgebung hatten Gewerkschaften und Studentenorganisationen.

Am Mittwoch war in Guatemala ein Steuerpaket in Kraft getreten. Es sieht unter anderem die Erhöhung der Mehrwertsteuer von zehn auf zwölf Prozent vor. Unternehmerverbände und die Gewerkschaften hatten für Mittwoch zu einem Generalstreik aufgerufen. Sie bemängeln fehlende Transparenz und befürchten eine Veruntreuung der Gelder. (APA/dpa)

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