Sharon betont gegenüber Powell "Recht auf Selbstverteidigung"

2. August 2001, 06:41
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US-Außenminister kritisiert gezielte Tötung mutmaßlicher Attentäter

Jerusalem/Washington - Der israelische Regierungschef Ariel Sharon hat gegenüber US-Außenminister Colin Powell die gezielte Tötung mutmaßlicher palästinensischer Attentäter verteidigt. Israel habe ein "Recht auf Selbstverteidigung", sagte Sharon in einem Telefongespräch mit Powell, wie das israelische Fernsehen berichtete. Sonst sei ein Schutz der Bevölkerung nicht gewährleistet, fügte Sharon hinzu.

Powell hatte die Tötung von Palästinensern zuvor im Nachrichtensender CNN als "zu aggressiv" bezeichnet. Dadurch werde das Niveau der Gewalt und der Spannungen in der Region noch gesteigert.

Powell rief Sharon zu mehr "Zurückhaltung" und zur Wahrung des von US-Unterhändler George Tenet ausgehandelten Waffenstillstands auf. Sharon, Verteidigungsminister Benjamin Ben Eliezer und Außenminister Shimon Peres hatten am Nachmittag beschlossen, die Politik der gezielten Tötung vermeintlicher "Terroristen" fortzusetzen. Am Dienstag waren bei einem Hubschrauber-Angriff der israelischen Armee auf ein Büro der radikalislamischen Hamas-Bewegung in Nablus acht Palästinenser getötet worden, darunter auch zwei Kinder. International hatte dies harsche Kritik hervorgerufen. (APA)

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    Minister Ariel Sharon

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