Jede zweite Fluss-Fischart in Bayern ist gefährdet

5. August 2001, 23:24
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Auch Muscheln und Krebse haben ihre jeweiligen Überlebenskämpfe auszufechten

München - Jede zweite Fischart in Bayerns Flüssen und Bächen ist gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Das geht aus dem ersten bayerischen Fischarten-Atlas hervor, den Bayerns Agrarminister Josef Miller (CSU) am Mittwoch in München vorgestellt hat.

Von 62 bei der umfangreichen Kartierung nachgewiesenen Fischarten gehören demnach 34 zur Roten Liste der gefährdeten Tiere Bayerns. Neben der Gewässerverbauung etwa durch Staustufen und die Umweltverschmutzung sind die Fische nach Angaben von Experten vor allem von der zunehmenden Verschlammung der Gewässerböden bedroht.

Im Rahmen der 1989 gestarteten Kartierung wurden 60 Fisch-, zwei Neunaugen-, sechs Krebs- und sieben Großmuschelarten nachgewiesen. Akut vom Aussterben bedroht sind demnach 8 Fischarten - nämlich Bachneunauge, Donauneunauge, Flussneunauge, Perlfisch, Steinbeißer, Steingressling, Strömer und Ziege. Weitere 8 Arten sind stark gefährdet.

Bei den Muscheln sind nach Angaben der Landesanstalt für Fischerei die Flussperlmuschel, die Große Flussmuschel und die Abgeplattete Teichmuschel vom Aussterben bedroht. Neben den zwei heimischen Krebsarten Stein- und Edelkrebs wurden den Angaben zufolge vier fremde Krebsarten angetroffen, die durch Besatz oder Entweichen aus Gartenteichen in die Fließgewässer gelangt seien. Dort seien sie für die heimischen Arten nicht nur als Nahrungskonkurrenten gefährlich, sondern auch als Überträger der tödlichen Krebspest. (APA/dpa)

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