Weiterhin Rätsel um Kärntner Königsgrab aus dem 7. Jahrhundert

1. August 2001, 21:53
posten

Grabkammer bei Öffnung bereits vollständig ausgeraubt

Klagenfurt- Das Rätsel um die Grabkammer beim Königsgrab vom Wieserberg bei Dellach/Gailtal bleibt ungelöst. Als die Archäologen am Dienstag die Kammer vollständig freigelegt hatten, stellten sie fest, dass die aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. stammende Kultstätte offensichtlich bereits wenige Jahre nach der prunkvollen Bestattung des Königs völlig ausgeraubt worden war.

Die Archäologen des Archäologielandes Kärnten und des Landesmuseums mussten bis auf sieben Meter Tiefe vordringen, um zur Grabkammer zu gelangen. "Eine Gruppe von Grabräubern dürfte seitlich bis zur Grabkammer vorgedrungen sein und sie ausgeraubt haben", vermutet Paul Gleirscher vom Landesmuseum. Darauf deute auch eine in den vergangenen Wochen entdeckte "ungewöhnliche Aufschlichtung von Steinen" im nordöstlichen Bereich des aus der Hallstattzeit stammenden Grabhügels hin.

Grabungsleiter Wolfgang Artner hat zudem Anzeichen für eine "gescheiterte Beraubung von oben" festgestellt. "Die Grabräuber haben ihr Vorhaben vermutlich aufgegeben, weil die Wände des Schachtes wegen des porösen Materials dauernd nachgegeben haben", sagte er. "Sie wären ohnehin zu spät gekommen", fügte er hinzu.

Das geraubte Grab macht die Hoffnungen zunichte, genauere Erkenntnisse über den am Wieserberg bestatteten König zu erhalten. Die Archäologen erwarten sich jedoch im gesamten Gebiet der so genannten "Gurina", das von der Hallstattzeit bis zur Spätantike über rund 1.500 Jahre eines der Siedlungszentren bildete, zahlreiche weitere aufschlussreiche Funde und Erkenntnisse über das "frühe" Kärnten. (APA)

Share if you care.