Deutsche Dienstleistungsgewerkschaft will Gleichstellung Homosexueller im öffentlichen Dienst

1. August 2001, 21:46
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Forderung könnte bei Tarifverhandlungen eingebracht werden

Verdi will Gleichstellung Homosexueller im öffentlichen Dienst Forderung der deutschen Dienstleistungsgewerkschaft in den Tarifverhandlungen? Berlin (APA/Reuters) - Die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will für homosexuelle Lebenspartner von Angestellten im öffentlichen Dienst möglicherweise bereits im nächsten Jahr die gleichen Rechte wie für Ehepartner durchsetzen. "Es könnte sein, dass wir diese Forderung schon Anfang nächsten Jahres in die Tarifverhandlungen einbringen", sagte Rainer Friebertshäuser, Verdi-Bereichsleiter öffentlicher Dienst, in einem Vorabbericht des "Handelsblatts" (Donnerstagausgabe).

Zwar gebe es noch keinen offiziellen Beschluss der Tarifkommission, wohl aber einen Grundsatzbeschluss der ÖTV vom vergangenen November. Verdi wolle etwa erreichen, dass homosexuelle Lebenspartner wie Verheiratete ein Recht auf Freistellung für die Eheschließung sowie im Krankheits- und Todesfall des Partners erhalten.

Die Forderung nach der Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften mit der Ehe sei bisher stets von den Arbeitgebern abgelehnt worden, räumte der Verdi-Tarifexperte Friebertshäuser in dem Zeitungsbericht ein. Demnach erhalten Angestellte im öffentlichen Dienst zurzeit jährlich 2.000 Mark (1.023 Euro/14.071 S) mehr Gehalt, wenn sie verheiratet sind. Ihre Zusatzversorgung im Alter falle höher aus, und sie bekämen Hinterbliebenenrente.

Am Mittwoch konnten erstmals in Deutschland homosexuelle Paare ihre Partnerschaft als so genannte Homo-Ehe amtlich beurkunden lassen. Das neue Lebenspartnerschaftsgesetz räumt gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern Rechte ein, die mit denen von Eheleuten vergleichbar sind. Dazu gehören das gesetzliche Erbrecht, die Anerkennung des Lebenspartners als Familienangehöriger sowie Unterhaltsansprüche. Nicht völlig gleichgestellt sind die homosexuellen Partnerschaften beim Adoptionsrecht und beim Sorgerecht für Kinder. Über die rechtliche Zulässigkeit der so genannten Homo-Ehe muss das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe noch entscheiden. (APA/Reuters)

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