Drei israelische Soldaten wegen Misshandlungsvorwürfen festgenommen

1. August 2001, 22:00
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Zwei mutmaßliche palästinensische Kollaborateure ermordet

Jerusalem - Die israelische Militärpolizei hat drei Soldaten festgenommen, die Palästinenser im Westjordanland misshandelt haben sollen. Die Soldaten sollen vor zehn Tagen an einem Kontrollpunkt bei Hebron im Westjordanland mehrere Palästinenser verprügelt und sie gezwungen haben, ihre Landsleute zusammenzuschlagen, berichtete der israelische Rundfunk am Mittwoch.

Den Soldaten wird außerdem vorgeworfen, die Reifen von zwei Autos der Palästinenser zerstochen haben. Es handle sich um die ersten Festnahmen israelischer Soldaten wegen Misshandlungsvorwürfen seit Beginn der gewaltsamen Auseinandersetzungen vor zehn Monaten, berichtete die israelische Zeitung "Haaretz".

Die israelische Armeeführung hat nach einem Bericht der israelischen Menschenrechtsorganisation Bezelem vom Sonntag eine Untersuchungskommission eingesetzt. Ein Armeesprecher hatte nach der Veröffentlichung der Vorwürfe bereits eingeräumt, dass einige der Anschuldigungen zuträfen.

Zwei mutmaßliche palästinensische Kollaborateure ermordet

Zwei mutmaßliche palästinensische Kollaborateure sind am Mittwochabend im Westjordanland ermordet worden. Die beiden Männer wurden nach palästinensischen Angaben in Ramallah und in einem Dorf bei Bethlehem von maskierten Männern, vermutlich Palästinensern, getötet. Es sei bekannt gewesen, dass die beiden Männer im Alter von 30 und 40 Jahren mit Israel zusammengearbeitet hätten.

Erst am Dienstag war ein 47 Jahre alter Palästinenser von Landsleuten bei Bethlehem erschossen worden, weil er Israel mit Informationen versorgt haben soll. Am Mittwoch wurden drei weitere Palästinenser von einem Sondergericht wegen Landesverrats zum Tode verurteilt. (APA/dpa)

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