Keine Besserung der Konjunktur in Sicht

1. August 2001, 18:32
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CA-Volkswirte erwarten nur noch 1,5 Prozent Wachstum - Tief in der Eurozone

Wien/Frankfurt- Die Volkswirte der CA sind weit pessimistischer als die heimischen Wirtschaftsforscher: Sie erwarten für das heurige Jahr nur noch ein Wachstum der Wirtschaft von knapp über 1,5 Prozent. Das Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) und das Institut für Höhere Studien (IHS) haben im Juni einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,7 Prozent beziehungsweise 2,0 Prozent vorhergesagt.

Im Juli verzeichnete der saisonbereinigte Einkaufsmanager-Index der CA mit 46,7 Punkten zwar einen etwas höheren Wert als im Juni (46,1 Punkte), er lag jedoch erneut unter 50 Punkten. Es sei mit einer weiteren Abschwächung der Produktion zu rechnen. Dennoch sind die CA-Volkswirte optimistisch, dass sich bis Jahresende 2001 eine Trendumkehr einstellt. Ihre Einschätzung stützen sie dabei auf die Erwartung einer besseren Auslandsnachfrage (sofern die US-Konjunktur mitspielt) und einer anhaltend stabilen Stimmung unter den Konsumenten.

Auftragsmangel

Die Einschätzung der Auftragssituation erreichte im Juli den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung des Index vor mehr als drei Jahren. Zudem werde nun auch die Inlandsauftragslage pessimistischer gesehen. Demnach sei auch für die nächsten Monate mit einer schwachen Industriekonjunktur zu rechnen. Die Mehrheit der befragten Einkaufsmanager gab für Juli eine rückläufige Beschäftigung an. Wegen der schwachen Nachfrage und des sinkenden Ölpreises seien die Einkaufspreise im vergangenen Monat deutlich zurückgegangen. Dies bestätige auch die Erwartung von weiter sinkenden Inflationsraten.

Ähnliche Resultate ergab der Reuters-Einkaufsmanager-Index, dem die Befragung von Topmanagern der Industrie zugrunde liegt. Das stark nachlassende Neugeschäft, Personalabbau und ein verstärker Abbau der Lagervorräte haben im Juli die Industrietätigkeit in der Euro-zone belastet und dem Index den deutlichsten Rückgang seit Dezember 1998 beschert. Eine vorläufige Besserung sehen Analysten angesichts der weiter schwachen Weltkonjunktur noch nicht. Der Frühindikator sei im Juli auf 47,3 (Juni 47,9) Punkte gefallen, teilte die Forschungsgruppe NTC am Mittwoch in London mit. Mit einem Wert unter 50 Punkten verweist der Index auf einen Geschäftsrückgang in der Industrie in der Währungsunion.

Wegen der sich abzeichnenden rückläufigen Inflation rechnen Experten mit einer Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) nach der Sommerpause im August. (APA, Reuters, DER STANDARD, Printausgabe 2.8.2001)

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