IPI über Inhaftierung von Journalistin in den USA besorgt

1. August 2001, 18:29
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Leggett verweigerte Übergabe von Unterlagen an Staatsanwaltschaft

Das Internationale Presse Institut (IPI) mit Sitz in Wien hat seine Besorgnis über die Inhaftierung der amerikanischen Journalistin Vanessa Leggettt geäußert, die die Übergabe ihrer Rechercheunterlagen an die US-Bundesstaatsanwaltschaft verweigert hatte. Das IPI forderte Justizminister John Ashcroft am Mittwoch in einem offenen Brief auf, "die notwendigen Schritte für eine Freilassung von Leggett zu setzten".

Untersuchungen über den Mord an Doris Angleton

Laut IPI enthielten die Unterlagen Untersuchungen über den Mord an Doris Angleton, deren Ehemann und Millionär Robert Angleton des Mordes verdächtigt, jedoch 1998 in Texas freigesprochen worden war. Die Bundesstaatsanwaltschaft möchte nun erneut Klage gegen Robert Angleton erheben.

Verhaftung wegen "Missachtung des Gerichts" - keine Kautionsmöglichkeit

Vanessa Leggett wurde laut IPI wegen Missachtung des Gerichts verurteilt und ohne Kautionsmöglichkeit inhaftiert. Laut Gesetz könnte die Journalistin 18 Monaten in Haft bleiben. Das Recht der Journalisten, vertrauliche und unveröffentlichte Informationen zurückzuhalten, sei eine fundamentale Grundlage des investigativen Journalismus und deren Einschränkung "eine direkte Bedrohung für die Pressefreiheit". "Jede Einschränkung des freien Informationsflusses ist eine Einschränkung des Bürgerrechtes auf umfassende Information", hieß es in dem Brief. (APA)

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