Angehörige der Inhaftierten wendeten sich an Klestil

2. August 2001, 15:48
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Präsidentschaftskanzlei sichert Hilfe zu

Wien - "Sehr geehrter Herr Bundespräsident: Niemals hätte ich es mir träumen lassen, mich einmal direkt an Sie wenden zu müssen. Aber nach allem, was meine Familie innerhalb der letzten zehn Tage erleben (und erleiden) musste, fällt mir niemand in Österreich mehr ein, dem ich glauben kann. " - So beginnt ein Schreiben, den die Schwester eines in Italien inhaftierten "VolxTheater"-Mitgliedes am Mittwoch Bundespräsident Thomas Klestil zukommen ließ.

In dem offenen Brief werden erfolglose Bemühungen um "glaubhafte Informationen" geschildert. Vor allem widersprüchliche Angaben über Misshandlungen der Inhaftierten seien Anlass für große Sorge.

"Mit meinen Eltern und dem Bruder einer Inhaftierten bin ich Donnerstagabend (26. Juli; Anm.) nach Italien aufgebrochen - offenbar sehr zum Leidwesen der österreichischen Botschaft und der Konsulate in Genua und Mailand, die uns durch die Blume mehrmals zur Rückreise aufgefordert haben", heißt es in dem Brief. Und weiter: "Dennoch haben wir es geschafft, in den Gefängnissen wenigstens mitgebrachte Wäschepakete abgeben zu dürfen. Wir hoffen, dass unsere Verwandten zumindest von unserem Besuch wissen und sich nicht ganz verlassen fühlen."

Die Präsidentschaftskanzlei bestätigte dem Standard den Erhalt des Briefes. "Wir haben bereits Kontakt zu den besorgten Verwandten aufgenommen und werden uns für ihre Anliegen einsetzen", versicherte ein Sprecher von Thomas Klestil. (simo) (DER STANDARD; Printausgabe; 2.8.2001)

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