Graf: "Mein Ziel ist der WM-Titel"

6. August 2001, 10:43
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Auch von den übrigen StarterInnen des ÖLV sind gute Leistungen zu erwarten

Wien/Edmonton - Mit hochgesteckten Erwartungen reist das nur sechs Aktive umfassende Team des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (ÖLV) zu den am Freitag beginnenden VIII. Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Edmonton. "Wir erwarten eine Medaille von Stephanie Graf und vier weitere Platzierungen unter den ersten 16", meint ÖLV-Sportkoordinator Hannes Gruber zur Zielsetzung, die mit jener der Athleten übereinstimmt.

"Mein Ziel ist der WM-Titel", betont Graf, die es bisher immer tunlichst vermieden hatte, vor Großereignissen die Worte Gold und Titel auszusprechen. Durch ihre großen Erfolge bei Olympia 2000 in Sydney und der Hallen-WM 2001 in Lissabon, wo sie jeweils hinter Maria Mutola aus Mosambik Silber über 800 m holte, hat die 28-jährige Kärntnerin nun aber gar keine andere Wahl mehr, als nach dem Höchstem zu streben. "Weniger ergibt sich ja immer von selbst. Ich möchte aber zumindest eine Medaille in Edmonton holen."

Während Graf also die erst zweite Freiluft-WM-Medaille für Österreich nach Hochspringerin Sigrid Kirchmann, die am 21. August 1993 in Stuttgart Bronze erobert hat, holen möchte, wollen die restlichen Athletinnen und Athleten im nach Verletzungen und Absagen kleinsten ÖLV-Team der WM-Geschichte durchwegs ins Finale. Und angesichts der Erfolge in den vergangenen zwei Jahren ist dies allen zuzutrauen.

Vor allem 5.000-m-Läuferin Susanne Pumper hinterließ bei ihrem Rekordlauf am 22. August in London, wo sie sich um fast sechs Sekunden auf 15:10,54 Minuten steigerte, einen bärenstarken Eindruck und peilt in Kanada so wie vor zwei Jahren in Sevilla, wo sie mit Platz zwölf überraschte, wieder den Endlauf der besten 15 an. Doris Auer, im Vorjahr in Sydney Olympia-Neunte im Stabhochsprung, will ebenfalls den Endkampf der besten Zwölf erreichen, für den wohl 4,40 m in der Qualifikation notwendig sein werden. In der Halle hat die Wienerin heuer schon 4,44 m überquert.

Zehnkämpfer Klaus Ambrosch hat mit Platz sechs in Götzis und neuem persönlichen Rekord von 8.122 Punkten in der WM-Saison auch schon sein Weltklasse-Potenzial angedeutet, der nächste Beweis soll nun in Edmonton folgen. "Dort will ich über 8.000 Punkte schaffen und zumindest unter die ersten Zwölf kommen", nennt der Olympia-18. seine Ziele für die Titelkämpfe in Kanada.

Für Hürdensprinter Elmar Lichtenegger lief es dagegen in der Freiluft-Saison bisher noch nicht nach Wunsch, wie seine 2001-er-Bestzeit von 13,50 bereits erahnen lässt. Trotzdem hat sich der Sechste der Hallen-WM in Lissabon nach den Halbfinal-Teilnahmen 1999 in Sevilla und 2000 in Sydney den Einzug in den Endlauf vorgenommen. Die Sechste im Bunde, Sprinterin Karin Mayr, hat dagegen nicht derart hohe Ziele über 200 m. "Ich will in Edmonton einfach gut rennen. Was dabei rauskommt, werden wir sehen", sagt die 30-Jährige, die heuer in der Halle mit ihrem ÖLV-Rekord von 22,97 Sekunden die Nummer vier der Weltrangliste war.(APA)

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    Graf bei ihrem Sieg in Oslo am 13. Juli

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