Voggenhuber traf Präsident der Untersuchungsrichter von Genua

1. August 2001, 15:57
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"Bedauern wegen Gewaltexzesse der Polizei"

Rom/Genua - Der Europasprecher und EU-Abgeordnete der Grünen, Johannes Voggenhuber, hat am Mittwoch den Präsidenten der Untersuchungsrichter von Genua, Roberto Fucigna, getroffen, der für die Ermittlungen gegen die 16 inhaftierten österreichischen Globalisierungsgegner verantwortlich ist. Voggenhuber bezeichnete das Treffen mit Fucigna als "sehr nützlich". Der Präsident der Untersuchungsrichter habe sein Bedauern wegen der Gewaltexzesse der Polizei ausgedrückt, denen auch die Aktivisten der "VolxTheaterKarawane" zum Opfer gefallen sind.

Der EU-Abgeordnete warf Außenminister Benita Ferrero Waldner vor, den italienischen Justizbehörden wichtige Entlastungsbeweise über die Aktivität der "VolxTheaterKarawane" nicht geliefert zu haben. Wegen der "dubiosen Informationen", die die Außenministerin vom Innenministerium über die Theatergruppe erhalten und an die italienischen Behörden weitergegeben habe, sei die U-Haft der Österreicher verlängert worden, meinte Voggenhuber.

"Entlastungsmaterial prüfen"

Der EU-Abgeordnete berichtete, dass sich der Präsident der Untersuchungsrichter bereit erklärt habe, "unverzüglich das Entlastungsmaterial zu prüfen", das zu Gunsten der Aktivisten gesammelt worden sei. Aus diesem Material gehe eindeutlich hervor, dass die von der Polizei bei der Festnahme der Österreicher beschlagnahmten Stöcke und Gasmasken Theaterrequisiten und nicht Waffen des "Black Block" seien.

Voggenhuber traf am Mittwoch auch den Polizeichef von Genua, Francesco Colucci, der in den letzten Tagen wegen angeblicher Brutalität der Polizei gegen friedliche Demonstranten stark unter Druck geraten ist. Der EU-Abgeordnete bezeichnete die Verhaltensweise des Polizeichefs als "unkooperativ". Er habe auf die Kritik, die Polizei sei zu hart bei der Festnahme der Österreicher vorgegangen, reagiert, dass er "dafür nicht zuständig sei".

Voggenhuber wird noch am Mittwoch die Frauen der Theatergruppe treffen, die sich in der Strafanstalt der lombardischen Stadt Voghera befinden. "Wir wollen sie beruhigen und sagen, dass wir uns um ihre Freilassung bemühen" er. Am Dienstag hatte Voggenhuber die Männer der Gruppe in der Strafanstalt von Alessandria aufgesucht. (APA)

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