Telekom Austria: Beamte können künftig verleast werden

1. August 2001, 15:34
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Betriebsvereinbarung unterschrieben

Wien - Der Vorstand der Telekom Austria (TA) hat am Mittwoch eine Betriebsvereinbarung zum Thema Personalleasing unterzeichnet. Dieses Agreement mit dem Betriebsrat soll es ermöglichen, dass künftig auch Beamte nach Zustimmung des Betroffenen an andere Unternehmen verleast werden können. "Nachdem uns der Gesetzgeber im Stich gelassen hat, haben wir mit der Betriebsvereinbarung nun einen anderen Weg gefunden, diese Form der Weiterbeschäftigung zu ermöglichen", sagte der Vorsitzende des TA-Zentralausschusses, Erich Huhndorf, am Mittwoch.

3.000 Mitarbeiter werden abgebaut

Insgesamt will die Telekom Austria heuer rund 3.000 der Anfang 2000 noch 15.400 Mitarbeitern abbauen. Neben dem Personalleasing-Modell setzt die TA dabei auf den freiwilligen Abgang der Mitarbeiter in die Selbstständigkeit, auf Vorruhestand, Abfertigungsmodelle (Golden Handshake), Outsourcing, Personalleasing, Teilzeitbeschäftigung, eine Arbeitsstiftung und letztlich auch auf Kündigungen.

Personalrückführung aus der TAP beginnt

Jene Mitarbeiter, die im Unternehmen verbleiben sollen, werden gemäß dem im Oktober 2000 vereinbarten Sozialplan seit Mittwoch von der Telekom Austria Personalmanagment GmbH (TAP) in die Telekom Austria auf Stamm-Arbeitsplätze rückgeführt. Die Mitarbeiter waren mit 1. November 2000 in die 100-prozentige TA-Tochter TAP überstellt worden, die als "Vehikel für den Personalabbau" gegründet worden war. Vorstand und Betriebsrat hoffen darauf, dass die Mitarbeiter-Rückführung bis Ende des Jahres abgeschlossen ist. Konkret schlagen bei der Rückführung vorerst die Führungskräfte in der ersten Managementebene eine neue Organisation ihres Bereiches vor. Die endgültige Rückholung erfolgt allerdings in Abstimmung mit Mitarbeitern aus dem Personalbereich und der Personalvertretung.

Optionsangebot oder neuer Dienstvertrag

Für alle Mitarbeiter, die in die TA rückgeführt werden, wird entweder ein Optionsangebot (für Beamte) oder ein auf Basis des neuen Kollektivvertrages adaptierter Dienstvertrag (für Angestellte) erstellt. Die Verträge werden den Arbeitnehmern übermittelt. Für Mitarbeiter besteht dann die Möglichkeit, sich über die Rückführungsmodalitäten bei der Personalvertretung oder in der Personalverwaltung im Detail zu informieren.

Mitarbeiter in leitenden Funktionen müssen laut Sozialplan - wenn sie bisher Beamte waren - in den Angestelltenstatus wechseln. Alle anderen Mitarbeiter können ihren Beamtenstatus beibehalten. (APA)

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