Werbeflaute trifft auch Hörfunk-Werbevermarkter RMS

1. August 2001, 14:39
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"2001 ist Jahr des knappen Werbegeldes"

Den Einbruch der Werbekonjunktur hat auch der führende Werbezeitenvermarkter für den privaten Hörfunk, die Hamburger Radio Marketing Service, zu spüren bekommen. Der Rückgang von 5,7 Prozent auf rund 578,4 Mill. DM (296 Mill. Euro/4,1 Mrd. S) Bruttowerbeerlöse im ersten Halbjahr sei für die RMS nicht ganz so hoch ausgefallen wie im gesamten Werbemarkt für den Hörfunk (minus 6,0 Prozent), berichtete der Geschäftsführer der Radio Marketing Service GmbH & Co, Lutz Kuckuck, am Mittwoch. Die RMS vermarktet auch 23 Radiosender in Österreich.

Preiserhöhungen nicht ausgeschlossen

Die Werbeumsätze im öffentlich-rechtlichen Hörfunk gingen laut RMS im ersten Halbjahr um 8,0 Prozent zurück. Für 2002 schloss Kuckuck moderate Preiserhöhungen nicht aus.

"2001 ist das Jahr des knappen Werbegeldes", erläuterte Kuckuck. Während 2000 die Telekommunikationsbranche und Finanzdienstleister sowie die aufstrebenden Internetfirmen den Werbemarkt mit hohen Ausgaben kräftig anheizten, wurden die Etats in diesem Jahr zurückgefahren. So habe die Telekommunikationsbranche im ersten Halbjahr verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ihre Werbeausgaben im Rundfunk um über 56 Prozent gekürzt, für Finanzanlagen und Beratung wurden fast 69 Prozent weniger ausgegeben, berichtete der Manager.

Dagegen setzten Autohersteller ihre Ausgaben für Hörfunkspots um mehr als ein Viertel herauf. "Das 4. Quartal dieses Jahres wird sich für den Hörfunk ordentlich entwickeln", meinte Kuckuck.

Zeitverzögerung

Im Gegensatz zu seit Jahresbeginn gebeutelten Zeitschriften oder Tageszeitungen sei die RMS erst im Mai von der Werbeflaute erwischt worden, sagte der Manager. Als Grund für die Zeitverzögerung nannte er den Vorteil des Hörfunks, der sich beispielsweise zum Abverkauf von Produkten auch kurzfristig zur Werbung einsetzen lässt. Weil Basiskampagnen von Firmen ausfielen, die von Hörfunkspots begleitet werden, traf es aber auch die RMS.

Für 2001 rechnet der RMS-Chef mit einem Verbundumsatz der unter dem Vorjahreswert von 1,23 Mrd. DM (brutto), aber über dem von 1999 von rund 1,09 Mrd. DM liegt. Im diesem Jahresvergleich betrug die Zuwachsrate 13,2 Prozent, während der gesamte Werbemarkt im Hörfunk um 7,9 Prozent auf 2,04 Mrd. DM stieg. Bei der RMS, die nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 60,5 Prozent auf dem Radio-Werbemarkt hält, buchten im vergangenen Jahr 617 Kunden (plus 7,1 Prozent). Angesichts der Globalisierung auch von Werbung hat die RMS ihre Fühler in Europa ausgestreckt und ist mit Repräsentanzen in London, Paris, Wien und Warschau vertreten.

Die 1990 gegründete RMS vermarktet rund 140 Radiosender in Deutschland sowie 23 in Österreich. Rund die Hälfte des Umsatzes entfällt auf kombinierte Angebote, durch die Produktwerbung in mehreren Sendern geschaltet wird und somit die Zahl der erreichten Hörer steigt. (APA/dpa)

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