Ozonbelastung: ÖVP und Grüne fordern Öffi-Freifahrt

1. August 2001, 18:20
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Umweltstadträtin Kossina hält Vorschlag für wenig sinnvoll

Wien - Die erhöhte Ozonbelastung in Wien hat am Mittwoch Vertreter von ÖVP und Grünen veranlasst, sich für die Freifahrt auf öffentlichen Verkehrsmitteln bei Erreichen der Vorwarnstufe auszusprechen. Grünen-Gemeinderat Rüdiger Maresch forderte in einer Aussendung zusätzlich ein Wiener Ozonsanierungspaket, mit dem die Vorläufersubstanzen des gesundheitsschädlichen Gases bis 2006 um 70 Prozent reduziert werden sollen.

VP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Gerstl übte Kritik an Umweltstadträtin Isabella Kossina (S). Es sei "ein wenig schwach", sich auf "freundliche und unverbindliche Hinweise an die Bürger, wie sie sich verhalten sollten", zu beschränken.

Öffi-Freifahrt in Wien für SPÖ wenig sinnvoll

Für wenig sinnvoll hält Wiens Umweltstadträtin Isabella Kossina (S) die Vorschläge. Auch die Öffi-Freifahrt bei Schneefall unter dem ehemaligen Wiener Bürgermeister Helmt ilk (S) sei seinerzeit nur marginal angenommen worden, erklärte Kossina.

Gratis-Fahrten auf U-Bahn, Bus und Straßenbahn wären außerdem unfair gegenüber jenen regelmäßigen Fahrgästen, die sich jetzt schon umweltfreundlich verhalten.

Laut der Stadträtin sind 80 Prozent der rund 800.000 täglichen Fahrgäste der Wiener Linien mit Wochen-, Monats- oder Jahreskarten unterwegs. "Die, die keine notwendigen Fahrten mit dem Auto machen, werden wir mit einer Freifahrt auch nicht zurück gewinnen."

Besser als "aufzuschreien, wenn die Ozonwerte steigen" wäre es laut Kossina, das ganze Jahr über für umweltfreundliche Fortbewegung Werbung zu machen. Darüber hinaus müssten Maßnahmen gesetzt werden, um Lkw von der Straße wegzubekommen und die Emissionen stationärer Anlagen zu reduzieren, betonte die Umweltstadträtin. .(APA)

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