Österreichs Autobahnen ächzen unter den hohen Temperaturen

1. August 2001, 14:11
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Hitzeschäden - Süd- und Westautobahn besonders gefährdet

Wien - Die seit Tagen andauernde Schönwetterperiode mit Temperaturen um 30 Grad hat auf der Westautobahn (A1) zu ersten Hitzeschäden geführt.

Wie die Asfinag berichtete, leiden Beton- und Asphaltoberflächen leiden unter den Oberflächentemperaturen von 80 Grad Celsius und mehr. Steigen, wie prognostiziert, die Temperaturen noch weiter, könnten es auf Grund ihres Alters vor allem auf der Süd- und Westautobahn weitere Schäden geben, hieß es.

Platten könnten bis zu 15 Zentimeter über das Fahrbahnniveau hinausragen

Bei Betondecken wirke sich die Hitze dramatisch aus, so die Asfinag. Die Decke besteht aus zwei Lagen. Die obere Schicht ist auf Griffigkeit, Komfort und Lärmreduktion ausgelegt. Die untere Schicht hingegen muss qualitativ eine hohe Tragfähigkeit gewährleisten. Durch extreme Temperaturen und die mechanische Belastung könnten sich durch unterschiedliche Ausdehnung die beiden Schichten lösen. Dabei wölbt sich die Verschleißdecke auf und bricht, der so genannte "Blow up" entsteht. Die abgesprengten Platten könnten bis zu 15 Zentimeter über das Fahrbahnniveau hinausragen.

Extreme Hitze und extreme Kälte

Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen müssen extreme Temperaturunterschiede von minus 20 Grad im Winter bis zu plus 40 Grad im Sommer aushalten. Dazu bringe der hohe Anteil des Schwerverkehrs enormen Belastungen, erklärte die Asfinag. Ein dreistelliger Millionenbetrag werde jedes Jahr in Deckensanierungen investiert. Besonders gefährdet seien die zum Teil noch 40 Jahre alten Autobahnabschnitte. Bei neueren Teilstücken ab etwa Mitte der siebziger Jahre würden diese Probleme kaum mehr auftreten.

Schäden sind schnell repariert

Die Schäden treten laut Asfinag bei starker, langanhaltender Hitze nach einer feuchten Wetterperiode auf. Deshalb würden die Meistereien bei ihren Kontrollfahrten die Fahrbahnoberfläche nach möglichen Anzeichen für Aufbrüche prüfen. Die Reparatur sei meist sehr rasch durch die Autobahnmeistereien möglich. Behinderungen durch die Sanierung von Hitzeschäden würden im Regelfall nur wenige Stunden andauern, so die Asfinag. Oft reichen sogar die Nachtstunden aus.

Spurrinnen durch Hitze und Sonne Bei Asphalt würden Sonne und Hitze die Bildung von Spurrinnen ermöglichen. Durch die starke Belastung der obersten Schicht durch den Schwerverkehr entstehen Vertiefungen, die bei Regen zu Aquaplaning führen können. Sanierungen seien nicht sofort notwendig, früher oder später müsse Asfinag jedoch auch die Asphaltdecken erneuern. (APA)

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