YLine wirft IBM Vertragsbruch vor

1. August 2001, 15:48
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Softwarefirma fordert 42 Millionen Euro von IBM zurück

Das börsenotierte Wiener Softwareunternehmen YLine, das im September 1999 mit IBM einen Zwei-Jahresvertrag über die Errichtung von Rechenzentrumsinfrastruktur für Internet Application Services im Rahmen einer Europäischen Partnerschaft vereinbart hat, wirft IBM nun "Vertragsbruch, die missbräuchliche Verwendung ihrer marktdominierenden Stellung und die Anwendung unfairer Geschäftsmethoden" vor, teilte YLine am Mittwoch in einer Aussendung mit. YLine stelle daher ab sofort die Zahlungen an IBM ein und habe IBM bereits aufgefordert, 42 Mill. Euro (578 Mill. S) an bereits von YLine aufgewendeten Kosten an YLine zu refundieren.

Keine Verlängerung

YLine werde den mit September 2001 endenden Partnervertrag mit IBM nicht verlängern und beabsichtige, mit anderen strategischen Partnern ihr Geschäft weiterzubetreiben, hieß es weiter. YLine überprüfe die Einbringung von diversen Klagen und eine Eingabe bei den zuständigen Kartellbehörden in Österreich und Brüssel. Darüber hinaus würden die zuständigen Kapitalmarktbehörden betreffend Überprüfung eingeschaltet.

Millionen

Im Rahmen der Kooperation habe YLine bisher 48 Mill. Euro in IBM-Ausstattung, Infrastruktur und Mitarbeiter investiert. Im Mai 2001 sei YLine von IBM aufgefordert worden, ein "Master Finance Agreement" zu unterzeichnen, um die ausstehenden Zahlungen aus den IBM-Verträgen - rund 14 Mill. Euro - abzusichern. Dieser Vertrag beinhaltete u.a., dass IBM die Optionen auf 196.000 YLine Aktien sowie wichtige Kontrollrechte gewährt werden. Demnach seien etwa Investitionsentscheidung der YLine von der Zustimmung der IBM abhängig.

IBM habe bis heute wesentliche Bestimmungen des Partnerschaftsvertrags - etwa die Errichtung eines exklusiven Vertriebs für YLine-Produkte und -Dienstleistungen - nicht erfüllt, obwohl YLine IBM mehrmals dazu aufgefordert habe, hieß es in der Aussendung. Der Abschluss des Kooperationsvertrags habe IBM nur dazu gedient, YLine zu Investitionen in IBM Equipment zu veranlassen und so signifikante Umsätze für IBM zu generieren, vermutet die YLine.

Jedoch nicht ermöglicht

Die Nichteinhaltung der Vereinbarung durch IBM habe es YLine jedoch nicht ermöglicht, die geplante Amortisation für die Investments in die IBM-Partnerschaft zu erzielen.

Die YLine-Aktie war von Montag Früh bis heute Früh vom Handel ausgesetzt worden, in "Erwartung der Bekanntgabe einer Kooperation", wie es von Seiten der YLine ursprünglich hieß. (APA)

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