Menschenrechtsgruppe: Zwangsräumung zweier kurdischer Dörfer durch türkische Soldaten

1. August 2001, 13:06
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Zuvor war Soldat durch Tretmine getötet worden

Istanbul/Diyarbakir - Türkische Soldaten haben nach Angaben des Menschenrechtsvereins (IHD) zwei kurdische Dörfer im Südosten zwangsgeräumt, nachdem ein Soldat in der Region auf eine Mine getreten und getötet worden ist. Bei der Explosion waren zudem zehn Soldaten verletzt worden. Außerdem verhängten die paramilitärischen Einheiten ein Nahrungsmittel-Embargo über drei weitere Dörfer in der Provinz Sirnak und riegelten die Dörfer ab.

Seit Beginn der Operation Anfang Juni seien insgesamt 33 Menschen festgenommen worden, sagte Osman Baydemir vom IHD-Büro in Diyarbakir am Mittwoch. Einige Menschen seien wieder freigelassen worden. Die Festgenommenen seien zum Teil mit Elektroschocks gefoltert worden.

In den vergangenen Jahren waren immer wieder Dörfer im Südosten und Osten geräumt worden, weil das Militär Anhänger der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in den Siedlungen vermutet hatte oder angenommen hatte, dass die PKK-Kämpfer von Dorfbewohnern unterstützt wurden. (APA/dpa)

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