Blair: "Falkland-Krieg gehört der Vergangenheit an"

2. August 2001, 11:00
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Britischer Premier will neues Kapitel in Beziehungen zu Argentinien aufschlagen

Buenos Aires/London - Vor seinem Staatsbesuch in Argentinien hat der britische Premierminister Tony Blair dazu aufgerufen, den Streit um die zwischen beiden Ländern umstrittenen Falkland-Inseln beizulegen und ein neues Kapitel in den beiderseitigen Beziehungen aufzuschlagen. Zum Falkland-Krieg 1982 sagte Blair: "Was damals geschah, gehört der Vergangenheit an". Argentinien sei seinerzeit eine Militärdiktatur gewesen, heute sei es eine Demokratie. Das Land sei derzeit mit wirtschaftlichen Problemen konfrontiert, die sich nicht nur auf Südamerika, sondern auf die ganze Welt auswirken könnten. Es sei Londons Aufgabe, in dieser Lage zu helfen und zu "normalen Arbeitsbeziehungen" mit Argentinien zu kommen.

Das Verhältnis zwischen London und Buenos Aires ist immer noch durch den Krieg um die zu Großbritannien gehörenden Falkland-Inseln im Südatlantik belastet. Obwohl Argentinien seinen Anspruch auf die "Malvinas" nie aufgab, gingen Buenos Aires und London in den vergangenen Jahren aufeinander zu. Seit rund einem Jahrzehnt unterhalten beide Staaten wieder diplomatische Beziehungen. Während des 74-tägigen Falkland-Krieges, der in die Amtszeit der damaligen Premierministerin Margaret Thatcher fiel und mit dem Sieg der britischen Truppen endete, wurden mehr als 900 Menschen getötet, unter ihnen 255 Briten.

Blair ist der erste britische Premierminister, der während seiner Amtszeit Brasilien und Argentinien besucht. Letzte Station der Reise, die am Sonntag in Jamaika begann, ist Mexiko. Er wird von zahlreichen Geschäftsleuten begleitet. In Brasilien forderte er gemeinsam mit Präsident Cardoso eine weitere Öffnung der Weltwirtschaft und setze sich dafür ein, dass die EU-Staaten ihre Märkte stärker für Landwirtschaftsprodukte aus Entwicklungsländern öffnen. Im Bundesstaat São Paulo besuchte Blair den Flugzeughersteller Embraer, Brasiliens industrielles Vorzeigeobjekt und die größte Exportfirma des Landes. (APA)

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