Österreich fehlen 60.000 IT-Fachkräfte

1. August 2001, 21:11
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70 Prozent der Unternehmen für Grenzöffnung

In Österreich fehlen heuer 60.000 IT-Fachkräfte. Das ist das ernüchternde Ergebnis einer Studie des Marktforschungsunternehmens IDC, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Die Tendenz ist demnach weiter steigend. Von rund 300 befragten heimischen Großunternehmen und Klein- und Mittelbetrieben erwartet rund die Hälfte (47,3 Prozent) mittelfristig eine Bedarfserhöhung. Für 2003 erwartet IDC einen geschätzten Mangel von 85.000 Fachkräften. Wenig überraschend ist angesichts dessen ein gewisser Pessimismus unter den Unternehmen: Rund drei Viertel sind der Meinung, dass das Problem nicht vor 2006 gelöst werden wird.

Datenbankentwicklung und in der Help-Desk-Beratung

Die meisten Fachkräfte benötigt die Industrie in der Datenbankentwicklung und in der Help-Desk-Beratung: Im günstigsten Fall könnten im Moment durchschnittlich 15 Datenbankentwickler und zehn Help-Desk-Mitarbeiter pro Unternehmen eingestellt werden. Am raschesten benötigt werden aber Hardware-Entwickler, Automatisierungstechniker und Multimediaprogrammierer.

Nach der IDC-Umfrage geben 8,7 Prozent der Unternehmen an, dass der Mangel an IT-Fachkräften ihr Wachstum negativ beeinflusst. 6 Prozent haben bereits Aufträge abweisen müssen. Sehr deutlich fällt daher die Zustimmung der Unternehmen für den Zuzug ausländischer Fachkräfte aus: Fast 70 Prozent sind für eine Öffnung der Grenzen für IT-Fachkräfte.

Lehrlinge?

Wenig Bereitschaft ortet IDC hingegen im Eigenengagement der Unternehmen in der Ausbildung. Nur 10 Prozent der Befragten gaben an, selbst in der Lehrlingsausbildung für IT-Fachkräfte tätig zu sein. Vielmehr setzten die Betriebe verstärkt auf Outsourcing.

Ein wesentlicher Aspekt in der Frage des Outsourcings, das Mieten von Software via Internet (Application Service Providing - ASP), steckt allerdings vor allem im Bereich der Klein- und Mittelbetriebe noch in den Kinderschuhen. Zum einen fehle den Klein- und Mittelbetrieben noch die nötige IT-Ausrüstung und Internet-Bandbreite, zum Anderen seien die Angebote noch zu unterschiedlich und der Markt noch zu undurchsichtig. "Die Preise unterscheiden sich um das fünffache", so Joachim Seidler von IDC am Mittwoch vor Journalisten.

Angebot und Nachfrage

Darüber hinaus fehlten derzeit noch die tauglichen Angebote. Die weltweiten Umsätze im ASP-Bereich werden heuer auf rund 1,3 Mrd. Dollar (1,48 Mrd. Euro/20,4 Mrd. S) geschätzt, gegenüber 175 Mrd. Dollar Gesamtinvestitionen in Software. In den nächsten Jahren sei aber mit einem Wachstum von mehr als 200 Prozent zu rechnen. Ab Mitte 2003 erwartet IDC den endgültigen Durchbruch des ASP-Geschäfts. (APA)

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