"600 Kandidaten" für den neuen Publikumsrat des ORF . . .

2. August 2001, 13:11
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... erhoffen die Grünen - Die Details zur Wahl per Fax

"Die totale Machtübernahme der ÖVP im ORF" ortet der grüne Mediensprecher Stefan Schennach anlässlich der am Mittwoch teilweise in Kraft getretenen Novelle zum ORF-Gesetz. Und lässt weiterhin kein gutes Haar am Wahlmodus für den Publikumsrat (bisher Hörer-und Sehervertretung).

Vorgesehen ist die Wahl von sechs Mitgliedern durch die ORF-Zuseher. Für Schennach ist diese per Fax geplante Wahl eine "sündteure Farce". Wahlberechtigt sei nur der gebührenzahlende "Haushaltsvorstand", "Frauen, Jugendliche und Senioren werden so von der Wahl praktisch ausgeschlossen".

Der Fahrplan

Der genaue Fahrplan: Für Freitag, ist die Ausschreibung für die Wahl des Publikumsrates durch Bundeskanzler Wolfgang Schüssel im Amtsblatt der Wiener Zeitung geplant. Für die gesellschaftlichen Gruppen Familie, Jugend, Sport, Senioren, Bildung und Konsumenten repräsentative Organisationen werden eingeladen, je drei Vorschläge für Kandidaten abzugeben.

Noch im August sollen dann die zur Wahl stehenden Personen in der Wiener Zeitung veröffentlicht werden. Die Kandidaten selbst werden im September in ORF 2 eine Woche lang, jeweils werktags um etwa 18.45 und um 22.20 Uhr, mit Foto, Namen, Beruf, Alter und nominierter Organisation vorgestellt. Ergänzend dazu gibt es ab Ende August regelmäßige Berichterstattung über die Wahl in den ORF-Radios, auf ORF 2, im Teletext sowie im Internet. Voraussichtlicher Termin der Wahl: 17. bis 23. September.

"Alle Macht bei Schüssel"

Schennach sieht nun erhebliche Organisationsmängel und "alle Macht bei Schüssel", der sowohl entscheide, welche Verbände Vorschläge abgeben dürfen als auch wer letztendlich die Kandidaten seien. Er appelliert daher an die Vereine, "zuhauf" Dreiervorschläge für den Publikumsrat einzureichen. "Ich bin schon neugierig, wie die 600 Kandidaten dann in ,Willkommen Österreich' präsentiert werden", empört sich der Bundesrat der Grünen über die 31 Millionen Schilling, die der Küniglberg für diese "Schabernackwahl" in den Sand setzt.

Bei der Vergabe der österreichweiten Privat-TV-Frequenz befürchtet Schennach eine "Scheinausschreibung". Schüssel habe mit ATV-Gesellschafter Herbert Kloiber "längst seinen Kandidaten für die Lizenz gefunden". (jed/DER STANDARD; Print-Ausgabe, 2. August 2001)

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