Raucher sparen durch Billigzigaretten

1. August 2001, 11:53
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Der Anteil an Billigmarken ist von 3,9 auf fast 15 Prozent angestiegen

Berlin - Immer mehr Raucher greifen zu Billigzigaretten. Jede achte in Deutschland gerauchte Zigarette ist inzwischen eine Billigmarke, wie der Europaverband der Selbstständigen - Bundesverband Deutschland (BVD) in Berlin mitteilte. Vor sechs Jahren habe der Marktanteil noch bei 3,9 Prozent gelegen. Der Geschäftsführer des Verbands der Cigarettenindustrie (VdC), Ernst Brückner, führte den Anstieg unter anderem darauf zurück, dass die Billigmarken "einen neuen Kundenkreis preisbewusster Käufer erschlossen" hätten.

Billigzigaretten steuerlich begünstigt

Außerdem würden die Billigmarken bislang indirekt durch die Steuer begünstigt: Ein Teil der Tabaksteuer orientiere sich am Verkaufspreis. Für Billigzigaretten fielen deshalb niedrigere Steuern an als für Markenzigaretten. Die Hersteller gäben diesen Preisvorteil an die Käufer weiter.

Supermärkte verkaufen Billigmarken

Für Billigzigaretten, die meist an der Supermarktkasse verkauft werden, muss derzeit etwa 3,85 DM (1,97 Euro/27,1 S) pro Schachtel gezahlt werden. Markenzigaretten kosten durchschnittlich rund 5,50 DM als Mittelwert des Automatenpreises von sechs DM und des meist verlangten Handelspreises von 5,30 DM.

Tabaksteuer unabhängig vom Verkaufspreis

VdC-Geschäftsführer Brückner hielt in den kommenden Monaten eine Verlangsamung des Aufstiegs der Billigmarken für möglich. Grund sei die Erhöhung der Tabaksteuer im November. Diese werde dann unabhängig vom Verkaufspreis für alle Zigarettensorten gleichermaßen steigen, sagte Brückner AFP. Dadurch könnte der Preisabstand geringer werden, zumal der größte deutsche Markenhersteller Philip Morris bereits angekündigt habe, die Steuererhöhung nicht an seine Kunden weiterzugeben. Ob die Billigmarken ihre Preise stabil halten können, stehe hingegen noch nicht fest. (APA/AFP)

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