Mazedonien: Ein Toter nach nächtlichem Angriff auf Polizeistation

1. August 2001, 11:39
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NATO-Koordinator Eiff in Skopje fordert Amnestie für Rebellen

Tetovo - Nach einem nächtlichen Angriff auf einen Polizeiposten bei Tetovo ist ein mazedonischer Polizist seinen Verletzungen erlegen. Der 28-Jährige sei an Schussverletzungen an der Lunge gestorben, sagte der Leiter des Krankenhauses von Tetovo. Der Polizeiposten am Stadtrand von Tetovo wurde kurz vor Mitternacht angegriffen. Die Stadt im Nordwesten des Landes wird von albanischen Rebellen umlagert, die sich seit Februar immer wieder Kämpfe mit mazedonischen Regierungstruppen liefern. Seitdem starben nach offiziellen Angaben mehr als 40 Polizisten und Soldaten.

Der außenpolitische Koordinator der NATO in der mazedonischen Hauptstadt Skopje sprach sich im "DeutschlandRadio" für eine Amnestie für albanische Rebellen aus. Dies sei für einen dauerhaften Frieden unerlässlich, sagte Hansjörg Eiff. Die Bereitschaft zur Versöhnung zwischen den verfeindeten Parteien sei eine grundlegende Voraussetzung für ein gemeinsames Leben im Frieden. Gefragt seien nicht Waffengewalt oder das Strafrecht, sondern ein bewusstes Zugehen aufeinander. Eine Amnestie würde die Rebellen möglicherweise zur Unterzeichnung des Demilitarisierungsplanes animieren. (APA)

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