Tschechischer Energiekonzern fürchtet Klage Oberösterreichs nicht

1. August 2001, 11:52
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"Kein Einfluss auf die Inbetriebnahme Temelins"

Prag - Der Tschechische Energiekonzern (CEZ) macht sich keine Sorgen wegen der Klage Oberösterreichs beim Landesgericht in Linz gegen den Betreiber des südböhmischen Atomkraftwerks Temelin. CEZ-Sprecher Daniel Castvaj erklärte im tschechischen Rundfunk , man müsse vor der Klage keine Angst haben, da der Energiekonzern immer nach dem Gesetz gehandelt habe.

Das Land Oberösterreich hatte im Juli beschlossen, rechtliche Schritte gegen das umstrittene AKW Temelin zu setzen: Als erstes sollte eine "Unterlassungsklage" gegen den Temelin-Betreiber CEZ eingebracht werden. Mit der Klage will das Land Oberösterreich beim Betreiber des AKW Temelin erwirken, dass die Anlage auf einen international anerkannten aktuellen Stand der Technik gebracht wird. Das Land Oberösterreich bringt die Klage als Grundeigentümer einer Liegenschaft in Grenznähe im Bezirk Freistadt ein. Rechtlich gesehen wird die "Unterlassung von Einwirkungen" verlangt, die durch einen Störfall im AKW Temelin entstehen können.

"Wir glauben, dass wir den Rechtsstreit gewinnen werden"

Castvaj erklärte , beim Bau des Atomkraftwerkes Temelin "haben wir immer die geltenden Rechts-Vorschriften eingehalten, sodass wir die Klage nicht fürchten. Diese wird keinen Einfluss auf die Inbetriebnahme Temelins haben. Wir glauben, dass wir den Rechtsstreit gewinnen werden."

Die Vorbereitungen auf den neuerlichen Start des ersten Blocks in Temelin gehen unterdessen weiter. Im Atomkraftwerk wird zur Zeit an der Turbine gearbeit, die um 10. August wieder gestartet werden soll. Anfang Mai wurde die Turbine abgeschaltet und die Kettenreaktion gestoppt, um Reparaturen durchzuführen, die nach einer einer Serie von Störfällen notwendig wurden. (APA)

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