Slowenien - Auf dem Weg zum EU-Durchschnittsland

1. August 2001, 10:54
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Wien - Slowenien kann sich von der Wirtschaftsleistung pro Kopf mit Griechenland und Portugal vergleichen. Die stetig steigende Kaufkraft des Landes liegt inzwischen bei 72 Prozent des EU-Schnitts und damit über jener Griechenlands. Das Land macht sehr gute Fortschritte bei der Umsetzung des EU-Rechts, lobte die Kommission in ihrer jüngsten Länderbewertung.

Slowenien mit knapp zwei Millionen Einwohnern weist eine Arbeitslosenrate von sieben Prozent und ein prognostiziertes Wirtschaftswachstum von gut vier Prozent auf. Die Inflationsrate soll nach der Frühjahrsprognose der EU von heuer acht Prozent auf fünf Prozent im Jahr 2002 fallen. Slowenien gehört zur Gruppe jener sechs Staaten, mit denen die EU im März 1998 über den Beitritt zu verhandeln begonnen hat. Bisher wurden 21 der 31 Verhandlungskapitel abgeschlossen.

Die politische Lage des Landes ist seit der Rückkehr der Liberaldemokraten von Ministerpräsident Janez Drnovsek an die Macht im Oktober 2000 stabil. Sie bilden derzeit mit den linken Vereinigten Sozialdemokraten und der gemäßigt konservativen Volkspartei eine Koalitionsregierung. Neben den EU-Verhandlungen betreibt Slowenien massiv eine baldige Aufnahme in die NATO und hofft auf eine entsprechende Einladung der Allianz bei ihrem nächsten Gipfel im Herbst 2002 in Prag.

WIchtige Daten und Kennzahlen:

  • Fläche: 20.273 km2
  • Bevölkerung: 1.986.593 (1999)

  • Staatsform: Parlamentarische Republik
  • Präsident: Milan Kucan (seit 1992, wiedergewählt 1997)
  • Regierungschef: Janez Drnovsek (Liberaldemokratische Partei), seit Ende 2000 (bereits zum vierten Mal Regierungschef)
  • Regierung: Koalitionsregierung unter Führung der Liberaldemokraten mit Sozialdemokraten und Volkspartei

Wirtschaftsentwicklung

  • BIP (1999): 3.637 Mrd. Tolar (16,6 Mrd. Euro/228 Mrd. S)
  • Produktionsstruktur (1999, in Prozent des BIP):
    Landwirtschaft 3,6
    Industrie 31,4
    Bauwirtschaft 6,1
    Dienstleistungen 58,9
  • Inflation (1999, gegenüber Vorjahr): 6,1 Prozent
  • Handelsbilanz (1999) Exporte 8,077 Mrd. Euro (111,1 Mrd. S) Importe 9,162 Mrd. Euro (126,1 Mrd. S)(APA)
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