T-Online verringert Verluste

1. August 2001, 14:40
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Flatrate belastet Bilanz - Kundenzahl gestiegen - Kostenpflichtige Inhalte geplant

Darmstadt - Der Internetanbieter T-Online ist auf dem Weg der Besserung: Die Telekom-Tochter verringerte ihren Verlust im zweiten Quartal nach vorläufigen Zahlen auf 56,9 Mill. Euro (783 Mill. S) und schnitt damit nach eigenen Angaben vom Mittwoch besser ab als erwartet. Im ersten Quartal hatte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen noch mit 66,4 Mill. Euro im Minus gelegen. Auch für die kommenden Quartale erwartet das Unternehmen eine positive Entwicklung. Die Börse reagierte entsprechend. Das Papier von T-Online stieg bis zum Mittag um 1,89 Prozent. Der Nemax50 lag dagegen nur mit 0,43 Prozent im Plus.

Flatrate belastet Bilanz

Im gesamten ersten Halbjahr wies der Internetdienst ein Minus beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 123 Mill. Euro aus. Die Umsatzerlöse verbesserten sich trotz des scharfen Wettbewerbs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 53 Prozent auf 539 Mill. Euro. Dabei kletterten die Einnahmen aus den Nutzungsgebühren im ersten Halbjahr um 48 Prozent auf 459,2 Mill. Euro. Im zweiten Quartal lagen sie wegen der Umstellung der Flatrate für den pauschalen Internetzugang auf neue Tarife den Angaben zufolge aber niedriger als im ersten Vierteljahr. Unter anderem die Flatrate hatte die Bilanz des Unternehmens in der Vergangenheit stark belastet. Der Pauschaltarif für den Internetzugang läuft daher bis zum Jahresende aus.

Die Einnahmen aus E-Commerce und Internet-Werbung stiegen im ersten Halbjahr um 104 Prozent auf 67,9 Mill. Euro. Entgegen dem rückläufigen Markttrend legten sie im zweiten Quartal im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2001 um rund 17 Prozent zu.

Mehr Kunden

Die Zahl der T-Online-Kunden kletterte um 38 Prozent auf 7,553 Mill. Einschließlich des französischen Internetproviders Club-Internet, der spanischen Ya.com und T-Online.at legte die Kundenzahl um 45 Prozent auf 9,223 Mill. zu.

Kostenpflichtige Inhalte

Vorstandschef Thomas Holtrop hatte auf der Hauptversammlung Ende Mai bereits angekündigt, künftig auch kostenpflichtige Inhalte im Internet anzubieten und damit das Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen führen zu wollen. Als ein Beispiel hatte er Live-Übertragungen von Pop-Konzerten genannt, in denen die ersten Minuten als Appetitanreger kostenlos, die restlichen Zeiten dann aber gebührenpflichtig wären. (APA)

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