Journalist in Ägypten wegen Beleidigung der Kopten verurteilt

1. August 2001, 10:12
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Bericht über das Sexualleben eines Mönches

Ein Sondergericht für Staatssicherheit hat in Kairo den Chefredakteur zweier ägyptischer Zeitungen wegen Aufstachelung zu religiöse Unruhen zu einer Haftstrafe von einem Jahr verurteilt, meldete Kathpress unter Berufung auf ägyptische Rundfunksender und Justizkreise.

Die inzwischen verbotenen Blätter "El-Naaba" und "Akher Khabar" hatten durch einen Bericht über das Sexualleben eines suspendierten Mönches landesweite Proteste koptischer Christen ausgelöst. Die Mitte Juni erschienenen Berichte hatten unter dem Titel "Kloster in Bordell verwandelt" einen bärtigen Mann zusammen mit nackten Frauen gezeigt. Die Fotos des Mannes, bei dem es sich angeblich um einen 1996 suspendierten Mönch handelte, waren nach Angaben der Zeitungen in dem berühmten Kloster El-Moharraq aufgenommen worden. Dort soll sich der Legende nach die heilige Familie während ihrer Flucht nach Ägypten aufgehalten haben. Bei Auseinandersetzungen zwischen aufgebrachten Kopten und der ägyptischen Polizei waren kurz nach Erscheinen des Artikels in Kairo 70 Menschen verletzt worden.

Nach offiziellen Angaben gehören rund sieben Millionen der rund 60 Millionen Ägypter der koptischen Minderheit an. Die koptische Kirche spricht von zehn Millionen. (APA, ag)

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